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Die Natur als Erfindung des Menschen
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Glaube und Naturwissenschaft, ein Projekt des Kurses Evangelische Religion Jg. 13
Schöpfung und Natur in anderen Religionen

Schöpfung und Natur im Islam

1.Die ersten Überlieferungen des Koran, der Grundlage des Islam, stammen aus dem 7. Jht. Allah, so die Bezeichnung der Muslime für ihren Gott, hält die Natur und die Menschen jederzeit fest in seiner Hand. Er sorgt sich um sie und bestimmt jedes Geschehen. Die von Allah geschaffene und festgelegte Weltordnung kann nur er durch Wunder unterbrechen. Naturgesetze entstehen dadurch, daß Allah aus Gewohnheit immer die gleichen Entscheidungen trifft.

2.Natur ist, im Gegensatz zu unserer Vorstellung von einer unberührten Landschaft, bei den Muslimen das, was sie für sich aus dem, was Allah ihnen als Grundlage gegeben hat, machen können. Muslime fühlen keine starke Verpflichtung, diese Grundlage besonders zu schützen. Denn in ihr können sie nicht aufgehen und in ihrer ursprünglichen Form können sie nicht überleben ( betrachtet man die Gegenden, in denen der Islam Ązu Hause" ist: z. B. Wüsten ). Das Ideal zum Leben finden sie daher in der künstlichen Welt (Bewässerungssystem ). Natur, Tiere u. Pflanzen stehen unter dem Menschen, und die Schöpfung soll dazu da sein, daß der Mensch aus ihr seinen Nutzen ziehen und Gott dafür danken kann. Gottes großartige Macht manifestiert sich in der Schöpfung. Schöpfung wird also weniger mit unwirtlichem Gebirge identifiziert. Da alles, was Gott geschaffen hat, in Verbindung mit ihm steht, herrscht ein Gleichgewicht in der Welt.

3.Gott hat einen festen Plan vom Verlauf des Lebens jedes Muslims ( Prädestination ). Es ist Gott überlassen, ob er in das Handeln eines Muslims eingreift oder nicht. Doch es liegt allein in der Hand des Muslims über das Maß von Gut und Böse in seinen Handlungen zu bestimmen, obwohl er die Voraussetzungen für sein Handeln auch wieder von Gott erhalten hat. Weil Gott dem Moslem vor jeder Handlung erst den Willen verleiht, sich zu entscheiden, diese Entscheidungen sind nur im Bereich der von Gott gegebenen Alternativen möglich.

4.Im Vergleich zum Christentum läßt sich feststellen, daß Gott im Islam unbedingt transzendent bleiben muß. Fragen nach der Entstehung der Erde werden im Islam daher, um eine Vermenschlichung Gottes zu vermeiden, häufig mit : ĄGott wollte es so!" beantwortet.

5.Die Naturwissenschaft ist dadurch, daß die Naturabläufe fest in Gottes Hand sind, vom Theologischen her relativ uninteressant. Dennoch war der Islam im Mittelalter lange Zeit der christlichen Kultur überlegen, da er mehr naturkundliches Wissen und bis etwa 1200 eine bessere Kenntnis der Philosophie des Aristoteles hatte. Durch die Kommentare des islamischen Philosophen Averroës gelangte der Aristotelismus überhaupt verstärkt in das abendländische Denken. Im Islam geriet Averroës aber später in Mißkredit, so daß die Entwicklung einer unabhängigen Philosophie nicht besonders gefördert wurde. Das Problem der Fortgeschrittenheit der Technik des Westens versuchen vereinzelte Islamisten heute so zu lösen, daß sie sich auf die Suche nach Spuren dieses Wissens machen, das Allah auch ihnen für ihre Weiterentwicklung gegeben haben müßte. Diese Hinweise erhoffen sie sich durch genauestes Studium einzelner Worte des Koran, da er als vollständige göttliche Wahrheit auch dieses Wissen enthalten müßte.
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obenAutoren: Jg. 13 (Abi99), Lehrer Gerhard Glombik   Datum: Mai  99. Letzte Änderung am 25. Mai 2002
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