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Die Natur als Erfindung des Menschen
Naturauffassungen       Natur in anderen Religionen      

Glaube und Naturwissenschaft, ein Projekt des Kurses Evangelische Religion Jg. 13
Schöpfung und Natur in anderen Religionen

Schöpfung und Natur im Shintoismus, Konfuzianismus, Taoismus

Weltbild des Shintoismus

Die Schöpfungsgeschichte im Shintoismus , der uralten Naturreligion Japans, erklärt und begründet auch die Entstehung des Kaisertums in Japan: Das Götterpaar Izanami und Izanagi schafft die acht Inseln Japans, indem es mit einem Speer das Meer umrührt. Nachdem es im Pantheon der Götter zu Streitigkeiten kommt, beschließen die Götter, Ninigi (den Enkel der Sonnengöttin) zum Herrscher Japans zu machen. Nach seinem Tod wird dieser als Jimmu Tenno bekannt (660 Reichsgründung; Tenno = Himmelskaiser). Weil Jimmu Tenno von der Sonnengöttin abstammte,besitzen Japans Kaiser Legalität und Sakralität. Jedes Ding dieser Welt steht mit einer Gottheit in Verbindung (z.B. Reis mit dem Reisgott); daher ist Forschung nicht nötig und eigentlich auch Gotteslästerung. Die Entstehung der Menschen und Tiere wird nicht erklärt.

Chinesischer Universismus

Der chinesische Universismus ist ein jahrtausendealtes metaphysisches System, das auch den späteren chinesischen Denkschulen (z.B. Konfuzianismus , Taoismus) zu Grunde liegt. Es beruht auf den beiden Urprinzipien Yin (weiblich, passiv, hingebend, verhüllend) und Yang (männlich, aktiv, zeugend, hell), die sich ergänzen, nicht bekämpfen. Sie bringen alle Erscheinungen des Kosmos hervor, z.B. den Wechsel der Jahreszeiten. Das bekannte Symbol des T'aichi bezeichnet den Uranfang des Kosmos: nachdem alle Urkräfte ungeschieden nebeneinander existiert haben, begannen sich Yin und Yang voneinander zu trennen. Der Himmel gehört dem Yangprinzip an , die Erde dem Yinprinzip; auch der Mensch ist durch Yin (Leib) und Yang (Geist) bestimmt. Die Welt ist erfüllt von zahlreichen Göttern, Geistern, Ahnengeistern und bösen Dämonen. Man betrieb Astrologie, um den Willen der himmlischen Kräfte zu erkunden, sowie Geomantie ( Feng - shui) als Lehre von den magischen Einflüssen von Wind, Wasser und den Ahnengeistern, die sich derzeitig in esoterisch angehauchten Kreisen großer Attraktivität erfreut.

Konfuzianismus

Im Konfuzianismus (um 500 v.Chr.) wird keine Schöpfungsgeschichte berichtet. Die Religion ist ethisch ausgerichtet, die Idealgestalten sind die großen Könige der Vergangenheit. Aus ihrem Verhalten leitete Konfuzius (der Begründer der Religion) die ethischen Prinzipien ab (Li, Sitten). Die Ethik ist der Ansatzpunkt, um zur Harmonie mit dem Unendlichen zu kommen, und heilig ist, wer sittlich vollendet ist. Das Ziel ist nicht, die Welt zu erkennen, sondern im Einklang mit der ewigen Ordnung des Kosmos zu leben und ein vom Ewigen bestimmtes Leben zu führen. Daher ist Naturwissenschaft nicht nötig.

Taoismus

Im mystisch ausgerichteten Taoismus (Begründer: Laotse) gibt es ein göttliches Urprinzip, aus dem alle irdischen Erscheinungen hervorgingen (tao). Tao bedeutet Weg, Weltgrund und Urprinzip, aus dem das Weltgeschehen seinen Anfang nimmt und in das es mündet (ewiger Kreislauf). Der Höhepunkt dieses Kreislaufes ist der beginnende Abstieg und der Tiefpunkt der beginnende Aufstieg. Angestrebt wird eine Rückverbindung mit dem Ewigen und das Nichtstun als von innen her bestimmtes Handeln. Heilig ist der Tao-Verbundene, in dem das Ewige still und unbewußt wirkt. Die Kraft liegt in der Ruhe , die Stärke in der Schwäche, der Sieg ist eine Niederlage und die Niederlage der Sieg. Der Mensch erreicht am meisten durch die Anpassung an die Natur und nicht durch ihre Erforschung.
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obenAutoren: Jg. 13 (Abi99), Lehrer Gerhard Glombik   Datum: Mai  99. Letzte Änderung am 25. Mai 2002
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