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Die Natur als Erfindung des Menschen
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Homo Faber - Natur - Technik, Variation 1, Klasse 11-1 im Frühsommer 1998 mit Alfred Blohm

Hanna Landsberg

Hannas Lebensgeschichte Hannas Verhältnis zu Männern Hannas Verhältnis Walter Faber

obenHannas Lebensgeschichte

Bei der Rekonstruktion einer Zeittafel über Hannas Leben gibt es verschiedene Schwierigkeiten. Zum einen gibt es Widersprüche bezüglich der Daten, welche vom Autor versehentlich durcheinander gebracht wurden. Ebense sind thematische Inhalte in verschiedenen Varianten dargestellt. Die auffallenden Fehler sind allerdings in dem ebenfalls veröffendlichten Erklärungsheft erklärt und berichtigt.
1933Hanna lernt in Zürich Walter Faber kennen.
1935Nürnberger Parteitag der NSDAP beschließt Rassegesetze, Juden werden Staatsbürger minderen Rechts.
1936Hanna wird schwanger. Walter Faber will sie heiraten, aber sie lehnt seinen Antrag ab.
1937Hanna bringt ohne Walter Fabers Wissen das Kind zur Welt und heiratet Joachim Hencke, einen deutschen Medizinstudenten.
bis 1940Hanna läßt sich von Joachim scheiden, geht nach Paris und arbeitet in einem Verlag.
1940Deutsche Wehrmacht erobert Frankreicht. Hanna flieht aus Paris nach England, arbeitet dort als Sprecherin bei der BBC und nimmt die britische Staatsbürgerschaft an. Da Joachim als Arzt in Rußland und zahlungsunfähig ist, muß sie allein für ihr Kind sorgen.
Hanna heiratet zum zweiten Mal, nämlich den Kommunisten Piper.
bis 1953Hanna studiert Philologie
1953, JuliHanna läßt sich von Piper scheiden, geht nach Athen und arbeitet in einem archäologischen Zentrum.
1957Aufgrund der Einlieferung Sabeths ins Krankenhaus, trifft Hanna Walter Faber wieder.
07.06.1957Hannas Tochter Sabeth stirbt.
ab 19.07.1957Hanna besucht Walter Faber täglich im Krankenhaus.

Andrea Lüderss

obenHannas Verhältnis zu Männern

Natürlich ist es etwas schwierig, Hannas Einstellung gegenüber Männern zu beschreiben, da wir darüber nur aus der Sicht Walter Fabers erfahren. Seine Darstellung der Ansichten Hannas ist daher immer gebrochen durch seinen besonderen Blickwinkel. Hanna hat ihr eigenes Leben zusammen mit ihrer Tochter aufgebaut. Sie hat es gelernt, ohne Männer zu leben und ist nicht auf sie angewiesen. Selbst in der Ehe hat sie stets versucht, auf eigenen Füßen zu stehen. Sie will einfach nicht von einem Mann abhängig sein. Walter Faber sagt z.B., daß Hanna immer das getan habe, was ihr das Richtige scheine, und daß sie ihr Leben so führe, wie sie es wolle (S.139).
Für ihr Pech mit dem männlichen Geschlecht macht sie allerdings nicht die Männer verantwortlich, sondern sich selbst. Sie bereue ihre Dummheit, jeden ihrer Männer als Ausnahme gesehen habe (S.140). Außerdem sei es kretinoid von Frauen das Verständnis der Männer zu erlangen. Aber eigentlich ist es die Stellung der Frau, die Hanna kritisiert. Sie lehnt deren Stellung als "Proletarierin der Schöpfung" ab und sieht es als unmöglich an, daß der Mann sich als "Herr der Welt" fühle. Aber Hanna geht noch weiter: Für die untergeordnete Stellung der Frau macht sie das Bild Gottes verantwortlich. Wäre Gott kein Mann, sondern ein Paar, herrsche Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern (S.140). Auch so hat Hanna einiges am Verhalten der Männer auszusetzen, nämlich wie sie im Leben stehen, stockblind und ohne Kontakt (S.144). Jedoch begründet sie ihre Thesen nie. Auf jede noch so gutgemeinte Äußerung eines Mannes reagiert sie wie ein bockiger Esel, um sich selbst in ihrer feministischen Einstellung zu bestärken (S.144,145). Dadurch erlangt sie ein Gefühl der Überlegenheit, welches aber nur scheinbar ist.
Im großen und ganzen ist Hanna eine typische Feministin, die der Meinung ist, die Männer in ihrem Leben nicht zu brauchen.
Sabrina Schneider

obenHannas Verhältnis zu Walter Faber

Ein Auszug aus Hannas Tagebuch

Auf einmal, nach all den Jahren schneite er einfach wieder in mein Leben: Walter Faber, der Vater meiner Elisabeth. Ich wurde ins Krankenhaus gerufen, weil etwas mit meiner Tochter sei, die ich seit Monaten nicht gesehen hatte, und wer sitzt da? Walter Faber, ihr Vater. Ich hätte nie für möglich gehalten, daß die beiden sich jemals kennenlernen. Ich hätte nicht einmal gedacht, daß ich Walter noch einmal wiedersehen würde und vor allem unter diesen Umständen. Ich war völlig unvorbereitet, aber wie kann man sich auf so etwas auch vorbereiten? Da stand ich nun und wußte nicht, was ich tun sollte. Doch da er nun einmal da war, verletzt und völlig erschöpft, bot ich ihm an erst einmal bei mir unterzukommen. Ich machte mir doch etwas Sorgen um ihn, und schließlich hatte er ja meine Tochter ins Krankenhaus gebracht. Ich dachte auch, daß ich die Vergangenheit hinter mir gelassen hätte, und ich habe ganz bestimmt nicht damit gerechnet, daß mir das alles noch so nahegehen würde.
Seine Frage, ob ich wegen damals noch wütend sei, spielte ich zuerst hinunter und gab nur zur Antwort, daß sowieso nichts aus uns geworden wäre. Ich bin damals davongelaufen, weil ich Walter nich mein ganzes Leben lang dankbar sein wollte, weil er mich gerettet hat. Durch eine Ehe mit Walter hätte ich die Schweizer Staatsbürgerschaft erhalten und wäre sicher gewesen. Aber ich wollte nicht, daß er mich nur heiratet, um mich zu retten, obwohl er mich nicht liebte. Ich wollte Walter nicht die Chance geben durch unsere Heirat zu beweisen, daß er keine Vorurteile gegen Juden hat und daß er kein Antisemit ist. Denn nur aus diesen Gründen hätte er mich geheiratet, aber dafür war ich mir zu schade. Daß er damals gesagt hat, daß es mein Kind sei und nicht unseres, vergesse ich nie, auch wenn ich es ihm eigentlich nicht mehr übel nehme. Er hatte ja recht, ich wollte für mein Kind keinen Vater, es war ganz allein mein Kind. Und schließlich habe ich es ja auch ohne einen Mann geschafft!
Als er dann nach so langer Zeit im Krankenhaus in Athen wieder in mein Leben trat, wußte ich nicht, wie ich mich verhalten sollte. Er hatte immer noch die gleiche Art und Weise die Dinge zu sehen: aus den Augen eines Technikers, ohne Emotionen, ganz nüchtern, so wie er sich am liebsten immer gesehen hat. Er sprach von der statistschen Wahrscheinlichkeit, daß man an einem Schlangenbiß stirbt. Doch was nützte mir das? Ich hatte nur eine Tochter. Und dann unsere Diskussionen: er hat, glaube ich, nie verstanden, wie ich ihn und seine Weltanschauung einschätzte und was ich davon hielt. Ich konnte ihm einfach nicht begreiflich machen, was ich meinte und was ich an seiner Sichtweise kritisierte.
Doch als meine Tochter tot war, gab ich Walter die Schuld daran. Aber ich habe ihm keine Vorwürfe gemacht. Das war auch gut so, denn heute denke ich über die ganze Sache anders und mir ist klar geworden, daß es auch passiert wäre, wenn Walter nicht dabeigewesen wäre. Ich wollte damals nur noch weg aus Athen und alles hinter mir lassen.
Maren Schulz


oben Autoren: Klasse 11-1 und Alfred Blohm, Web: Kai Lahmann Datum: Mai 98 Letzte Änderung am 29. Juli 2004
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