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Die Natur als Erfindung des Menschen
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Homo Faber - Natur - Technik, Variation 1, Klasse 11-1 im Frühsommer 1998 mit Alfred Blohm

Glossar zu den Mythologischen Anspielungen

DaphneDemeterErinnyenEumeniden
HadesMatriarchatÖdipusSirenen

Matriarchat
lateinisch-griechische Wortzusammensetzung aus lateinisch „Mutter" und griechisch „Gewalt, Herrschaft", bezeichnet „Mutterherrschaft", oft aber auch „Mutterrecht". Das Matriarchat ist eine Gesellschafts- oder Herrschaftsordnung, in der für Planung und Ablauf der sozialen Beziehungen sowie für die Bestimmung und Bewahrung der sozialen, kulturellen und religiösen Normen die jeweils ältesten Frauen bzw. Mütter zuständig sind. In höher organisierten Gesellschaften können diese Funktionen auch von speziell dafür bestimmten Frauen, z. B. Priesterinnen, wahrgenommen werden. Das Matriarchat in Form des Mutterrechts ist die vorherrschende Einflußordnung bei vielen vormodernen Gesellschaften.
Der Begriff wurde ursprünglich von dem Völkerkundler Johann Jakob Bachofen geprägt, der glaubte, daß in ursprünglichen Gesellschaftsformen, z. B. der Jäger- und Sammlerkulturen, die Vielehe die Regel war. Diese Gesellschaftsform soll dann von einem Matriarchat abgelöst worden sein, in der alle Rechte von der Mutter auf die Tochter übertragen wurden (d. h. matrilinear). Neuere ethnologische und archäologische Studien zeigen jedoch, daß bei vielen Ethnien stabile Einehen vorherrschen.
Auf die Ideen Bachofens stützen sich auch Überlegungen von Carl Gustav Jung (1875-1961), der glaubte, daß das Matriarchat nicht nur eine kulturelle Entwicklungsstufe sei, sondern auch ein unbewußtes, allein dem Leben dienendes Stadium der psychischen Menschheitsentwicklung. Eine unbewußte, kollektive Erinnerung, ein Archetyp, verbindet laut Jungs Theorien auch das Seelenleben des modernen Menschen mit diesen früheren Entwicklungsstufen.
Neuere archäologische Untersuchungen weisen darauf hin, daß es im Mittelmeerraum Kulturen gab, die unter Mutterherrschaft standen, beispielsweise Çatal Hüyük in Anatolien (heutige Türkei) und die minoische Kultur auf Kreta (heutiges Griechenland). In neueren soziologischen Studien wird diskutiert, ob durch gesellschaftliche Änderungen in den industrialisierten Ländern und den allmählichen Anstieg des Frauenanteils in wichtigen Schlüsselpositionen nicht nur die Gleichstellung der Frauen, sondern ein „neues Matriarchat" erreicht wird. Bisher gilt jedoch auch in den westlichen Industrienationen, daß Frauen unter wirtschaftlicher und sozialer Benachteiligung zu leiden haben.


Demeter,
in der griechischen Mythologie die große Erdgöttin, die Schützerin des Getreides und der Ernte. Sie war eine der zwölf Hauptgottheiten und eine Tochter der Titanen Kronos und Rhea (Rheia) und zeugte mit ihrem Bruder Zeus die Persephone, die von den Griechen als eine der Unterweltgötter (chthonische Gottheiten) verehrt wurde. Als diese von Hades, dem Gott der Unterwelt, entführt wurde, war Demeters Trauer so groß, daß sie ratlos umherirrte und die Erde vernachlässigte, so daß die Pflanzen nicht mehr wuchsen und die Menschen Hunger litten. Bestürzt darüber, verlangte der Göttervater Zeus von seinem Bruder Hades, Persephone ihrer Mutter zurückzubringen. Dieser willigte zwar ein, ließ das Mädchen jedoch, bevor er es freigab, Granatapfelkerne essen, so daß es gezwungen war, alljährlich vier Monate bei ihm zu verbringen. In ihrer Freude über die Wiedervereinigung mit ihrer Tochter veranlaßte Demeter die Erde, leuchtende Frühlingsblumen und später eine Fülle von Früchten und Getreide hervorzubringen, während sie im Herbst, wenn Persephone in die Unterwelt zurückkehren mußte, wieder in Trauer verfiel. Die Trostlosigkeit des Winters und das Sterben der Vegetation wurden als die alljährlich wiederkehrende Manifestation ihres Kummers angesehen, die die mythologische Begründung für den Wechsel der Jahreszeiten lieferte. Demeter und Persephone wurden im Kult der Eleusinischen Mysterien angebetet, die jährlich im Herbst begangen wurden. Dieser Kult verbreitete sich von Sizilien nach Rom, wo Demeter und Persephone als Ceres und Proserpina verehrt wurden.
Ein Bild und Weiteres in Homo Faber, Variation 2


Persephone,
in der griechischen Mythologie Tochter des Göttervaters Zeus und der Demeter, Göttin der Erde und des Ackerbaues. Hades, Gott der Unterwelt, verliebte sich in Persephone und wollte sie heiraten. Zeus gab zwar seine Zustimmung, aber Demeter hatte Einwände. Deshalb ergriff Hades die Jungfrau, als diese gerade Blumen pflückte, und brachte sie in sein Reich. Als Demeter auf der Suche nach ihrer verlorenen Tochter umherwanderte, wurde die Erde verwüstet. Alle Pflanzen gingen ein, und das Land wurde von Hungersnöten heimgesucht. Schließlich sandte Zeus den Götterboten Hermes aus, der Persephone zu ihrer Mutter zurückbringen sollte. Bevor Hades sie gehen ließ, bat er sie, die Speise der Toten zu essen, die aus Granatapfelkernen bestand. So war sie gezwungen, für ein Drittel des Jahres in die Unterwelt zurückzukehren. Als Göttin der Toten sowie Göttin der Fruchtbarkeit auf der Erde verkörperte Persephone das Wiederaufblühen der Natur im Frühling. Die Eleusinischen Mysterien wurden ihr und ihrer Mutter zu Ehren abgehalten. Die römische Proserpina entspricht der Persephone.


Erinnyen,
(griechisch: Erinyes; lateinisch furae: Furien)
in der griechischen Mythologie die drei Rachegöttinnen Tisiphone (die den Mord Rächende), Megaira (die Neidische) und Allekto (die Unablässige). In den meisten Darstellungen sind die Erinnyen die Töchter der Gaia und des Uranos. Nach einer anderen Erzählung wurde sie von Nyx (der Nacht) geboren. Sie lebten unter der Erde und stiegen hinauf, um alle zu verfolgen, die Unrecht auf sich geladen hatten. Sie waren gerecht, aber erbarmungslos und ließen keine mildernden Umstände gelten. Sie bestraften alle Verstöße gegen die menschliche Gesellschaft wie Meineid, Verletzung der Gastfreundschaft und vor allem den Mord an Blutsverwandten.
Diese schrecklichen Göttinnen boten einen furchterregenden Anblick; sie trugen sich windende Schlangen als Haare, und Blut tropfte aus ihren Augen. Die Erinnyen quälten Missetäter, indem sie sie von einem Ort zum anderen durch die ganze Welt verfolgten und mit Wahnsinn schlugen. Eine der berühmtesten Legenden um die Erinnyen bezieht sich auf ihre rastlose Jagd nach dem thebanischen Prinzen Orestes, der seine Mutter, Königin Klytämnestra, ermordet hatte. Der Gott Apollon hatte Orestes befohlen, den Tod seines Vaters, König Agamemnon, zu rächen, den Klytämnestra ermordet hatte. Die Erinnyen aber schenkten seinen Motiven keine Beachtung, sondern verfolgten und quälten ihn. Orestes wandte sich schließlich an die Göttin Athena, welche die Rachegöttinnen überreden konnte, Orestes' Einwand zu akzeptieren, daß er von seiner Schuld gereinigt worden sei. Als sie daraufhin fähig waren, Gnade walten zu lassen, verwandelten sich die fürchterlichen Furien in Eumeniden, die Beschützerinnen der Bittsteller.
Weiteres in Homo Faber, Variation 2


Hades,
in der griechischen Mythologie Gott des Totenreiches und Herrscher der Unterwelt. Er war der Sohn der Titanen Kronos und Rhea und Bruder verschiedener anderer Götter, darunter Zeus und Poseidon. Als die drei Brüder das Universum unter sich aufteilten, nachdem sie ihren Vater Kronos entthront hatten, wurde Hades die Unterwelt zugesprochen. Dort herrschte er mit seiner Gemahlin Persephone, der Tochter seiner Schwester Demeter, die er aus der Oberwelt entführt hatte. Auch wenn er als harter und unerbittlicher Gott galt und weder mit Gebeten noch mit Opfergaben besänftigt werden konnte, war er nicht böse oder ungerecht. Er wurde mit Pluto(n) (griechisch: Reichtum), lateinisch Dis, gleichgesetzt dem Gott der Reichtum spendenden Erdentiefe. Gemeinsam mit Gaia, Demeter, Kore, Hekate, Dionysos und Hermes zählte er zu den sogenannten chthonischen Göttern (griechisch chthon: Erde), den Gottheiten des Erdbodens, die Wachstum und Fruchtbarkeit schenken und die Toten in ihr Reich aufnehmen.
In der Antike wurde auch das Totenreich selbst als Hades (lateinisch: Orcus) bezeichnet, das in zwei Regionen unterteilt war: Érebos (griechisch: Dunkelheit), die finsteren Tiefen, wohin die Toten, die man sich als Schatten ihres einstigen irdischen Wesens vorstellte, von Hermes geleitet wurden, und den von ehernen Mauern umgebenen Tártaros, die tiefste Region, die als Gefängnis diente, wo u. a. die Titanen, Tantalus und Sisyphos gefangengehalten wurden. Es war ein finsterer Ort, der von nebelhaften Schemen und Schatten bewohnt war und von Kerberos (Zerberus), einem dreiköpfigen, schlangenschwänzigen Hund, bewacht wurde. Die Flüsse Acheron und Styx (griechisch: die Verhaßte) trennten die Unterwelt von der Oberwelt. Der betagte Fährmann Charon setzte die Seelen der Toten gegen Zahlung eines Fährgeldes (Obolos), das man den Toten in den Mund legte, über den Styx.


Eumeniden,
(griechisch: die Wohlwollenden, Gnädiggesinnten),
in der griechischen Mythologie alte Geister oder Göttinnen der Erde, die mit der Fruchtbarkeit in Verbindung gebracht wurden, aber auch bestimmte moralische und soziale Funktionen wahrnahmen. Die Eumeniden wurden in Athen, in Kolonos und in Ländern außerhalb Attikas verehrt. Obwohl man ihrem Namen verschiedentlich die Bedeutungen „die Freundlichen", „die Ehrwürdigen" und „die Gnädigen" gab, wurden die Göttinnen gewöhnlich als gorgonengleiche Kreaturen mit Schlangenhaaren und Augen, aus denen Blut tropfte, dargestellt. Ihr Erscheinungsbild erklärt sich aus ihrer späteren Identifizierung mit den Erinnyen, den drei Rachegöttinnen aus der Unterwelt. In seinem Stück Die Eumeniden erzählt der athenische Dramatiker Aischylos die gnadenlose Verfolgung Orestes' durch die Erinnyen, nachdem dieser seine Mutter Klytämnestra getötet hatte, um den Tod seines Vaters, des Königs Agamemnon, zu rächen. Die Erinnyen jagten Orestes den ganzen Weg bis nach Athen. Dort wandte dieser sich an die Göttin Athena, die den Vorsitz über seinen Prozeß vor dem Areopag führte und die entscheidende Stimme abgab, die zu seinem Freispruch führte. Nach seinem Prozeß übernahmen die Erinnyen eine neue Aufgabe als Schützerinnen der Gerechtigkeit und wurden seitdem Eumeniden genannt.
Weiteres in Homo Faber, Variation 2


Ödipus,
in der griechischen Mythologie König von Theben, Sohn des Laios und der Iokaste, König und Königin von Theben. Ein Orakel warnte Laios, daß sein eigener Sohn ihn töten würde. Um diesem Schicksal zu entgehen, band er die Füße seines neugeborenen Kindes zusammen und setzte es zum Sterben auf einem einsamen Berg aus. Ein Hirte rettete jedoch das Kind und gab es dem kinderlosen Königspaar von Korinth, Polybus und Merope. Sie nannten das Kind nach dem Zustand seiner Füße Ödipus (Schwellfuß) und zogen es auf wie ihren eigenen Sohn. Der Junge hielt Polybus für seinen leiblichen Vater, und als ein Orakel verkündete, daß er seinen Vater töten würde, verließ er Korinth. Auf dem Weg nach Phokis begegnete er an einer engen Stelle dem Laios. Da Ödipus dem Wagenlenker nicht früh genug auswich, kam es zum Streit, in dem Ödipus Laios erschlug, von dem er nicht wußte, daß er sein Vater war. So erfüllte er unwissentlich die Prophezeihung. Einsam und heimatlos kam Ödipus schließlich nach Theben, das von einem schrecklichen Ungeheuer, der Sphinx, heimgesucht wurde. Dieses gefährliche Ungeheuer lauerte allen Reisenden auf ihrem Weg in die Stadt auf und verschlang jeden, der ihr Rätsel nicht beantworten konnte. Ödipus löste das Rätsel, worauf sich die Sphinx selbst tötete. Die Thebaner glaubten, daß König Laios unbekannten Räubern zum Opfer gefallen war. Da sie Ödipus dankbar waren, daß er sie von der Sphinx befreit hatte, machten sie ihn zu ihrem König und gaben ihm Königin Iokaste zur Gemahlin. Viele Jahre lebte das Paar glücklich zusammen, ohne zu wissen, daß sie in Wirklichkeit Mutter und Sohn waren. Dann wurde das Land von der Pest heimgesucht, und das delphische Orakel verkündete, Laios' Mörder müsse bestraft werden. Der Seher Teiresias bezeichnete Ödipus als Schuldigen und eine Untersuchung, die vom König geleitet wurde, enthüllte die schreckliche Wahrheit. Daraufhin erhängte sich Iokaste, und Ödipus stach sich die Augen aus. Er lebte einige Jahre in Theben, wurde aber schließlich verbannt. Begleitet von seiner Tochter Antigone wanderte er viele Jahre umher. Schließlich erreichte er Kolonos bei Athen, wo ein Hain den mächtigen Göttinnen Eumeniden geweiht war. In diesem heiligen Hain für Bittsteller starb Ödipus.


Sirenen,
in der griechischen Mythologie Meeresnymphen mit Vogelleibern und Frauenköpfen, die Töchter des Meeresgottes Phorkys. Die Sirenen hatten so süße Stimmen, daß alle Seeleute, die sie hörten, zu ihren Felsen gelockt wurden. Der griechische Held Odysseus vermochte sicher an ihrer Insel vorbeifahren, weil er auf Anraten der Zauberin Kirke seinen Gefährten die Ohren mit Wachs verstopfte und sich selbst am Mast festbinden ließ, so daß er ihren Liedern widerstehen konnte. In einer anderen Legende entkamen die Argonauten den Sirenen, weil Orpheus, der an Bord der Argo war, noch süßer sang und so das Lied der Nymphen übertönte. Späteren Überlieferungen zufolge stürzten sich die Sirenen aus Wut über die Flucht des Odysseus oder über den Sieg des Orpheus ins Meer und ertranken.


Daphne (oder Daphni),
in der griechischen Mythologie eine Nymphe, Tochter des Flußgottes Peneios. Sie war eine Jägerin und entsagte als Jüngerin der Jagdgöttin Artemis allen Liebhabern. Der Gott Apollon verliebte sich in Daphne, und als sie seine Annäherungsversuche zurückwies, verfolgte er sie durch die Wälder. Sie flehte ihren Vater an, ihr zu helfen. Als Apollon sie fast eingeholt hatte, wurde sie in einen Lorbeerbaum ( daphne auf griechisch) verwandelt. Apollo, der tiefbetrübt über ihre Verwandlung war, bestimmte, daß der Lorbeerbaum heilig sei.

Mythologische Anspielungen


oben Autoren: Microsoft Encarta, Web: Kai Lahmann Datum: Mai 98 Letzte Änderung am 23. Februar 2000
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