Kunsthistorischer Hintergrund der Perspektive
Zum ersten Mal taucht die Perspektive in der Kunst bei den Griechen im 6. Jahrhundert v. Chr. auf. Schon griechische Gelehrte wie Demokrit, Heron oder Euklid befassten sich in mathematischen Abhandlungen mit dem Schattenwurf des Lichts. Bis ca. 460 v. Chr. besaßen die Gegenstände oder Personen, die auf den Bildern auf Vasen oder Gebäudemalereien dargestellt waren, zwar eine perspektivische Struktur, jedoch noch keinen direkten Zusammenhang; es gab keinen wirklichen Bildaufbau.
Diese Ära der perspektivischen Kunst wird daher als "Körperperspektive" oder als "Teilperspektive" bezeichnet.
Albrecht Dürer veröffentlichte am Anfang des 16. Jahrhunderts als erster deutscher Künstler eine Studie über die Perspektive. Er adaptierte zum Beispiel die Lehren Battistas oder konstruierte das Perspektivbild eines Gegenstands nach einem Prinzip, das er auch zum Konstruieren von Schatten verwendete. Dazu benötigte er lediglich den Grund- und Aufriß des jeweiligen Objekts.
In seiner Abhandlung "Vnderweysung der messung mit Zirckel und richtscheyt in Linien ebnen vnd gantzen corporen" aus dem Jahr 1525 zeigte Dürer unter anderem an der Zeichnung "Der Zeichner der Laute", wie die perspektivische Darstellung eines Gegenstands konstruiert werden konnte. Ein Faden dient hier als Projektionsstrahl. Er durchbricht die Bildebene an einen bestimmten Punkt, wenn er das Objekt, in diesem Fall die Laute, an einem Originalpunkt berührt. So kann für jeden Punkt des Objekts der entsprechende Punkt auf der Bildebene ermittelt werden.