Definition des Begriffs „Komposition“

Unter einer „Komposition“ versteht man in der Kunst eine Zusammenstellung, bzw. eine kunstvolle Anordnung von Figuren und Elementen sowohl in der Fläche als auch im dreidimensionalen Raum, beispielsweise in der Bildhauerkunst.
Sowohl die Gestaltung nach bestimmten Prinzipien und Gesetzen der Kunst als auch der formale Aufbau werden mit dem Begriff „Komposition“bezeichnet. In der Bildhauerkunst, welche unseren Land-Art-Projekten formal am nächsten kommt, ist damit die Organisation der Teile untereinander sowie deren Verhältnis zum Umraum (die Proportionen) gemeint.
Die wichtigsten Elemente und Gesetze der Komposition sind:

- das Verhältnis von Formen und Farben in der Ebene und im Raum unter Berücksichtigung ihrer Eigenschaften (Kontraste usw.)
- Aufbau und Platzierung eines Zentrums sowie dessen Betonung (Schwerpunkt, Polarität usw.), aber auch eine bestimmte Achsen- und   Richtungsbetonung

Dies alles kann mit geometrischen Formen wie Quadraten, Kreisen oder Dreiecken usw., aber auch mit Hilfe von geometrischen Gerüsten, wie z.B. einer Reihung umgesetzt werden.
Auch bestimmte Proportionen (z.B. der „Goldene Schnitt“) können mit aufgenommen werden.
Die Komposition ist ein wichtiger Faktor für den Künstler, um seine Dar-stellungsabsicht zu verdeutlichen. Es wird eine bestimmte Ordnung, es werden bestimmte Eindrücke vermittelt; so kann ein bestimmtes Kompositionselement beispielsweise Harmonie und Ruhe erzeugen, ein anderes dagegen Spannung oder Verwirrung.
Des weiteren werden wichtige Bild-/Figurenelemente betont, und die Ausdruckskraft des Motivs oder des dargestellten Themas wird erhöht/gesteigert. Es kann eine geistige oder emotionale Beziehung zwischen Werk und Betrachter hergestellt werden.
Im Verlauf der Kunstgeschichte gab es die verschiedensten Entwicklungen im Bereich des Kompositionsbegriffs, der Kompositionsmittel und Gesetze. In manchen Epochen wirkten sich diese sog. Kompositionsrichtlinien für den Künstler stark einschränkend aus (17. - 19. Jahrhundert in den Akademien), in anderen wurden die traditionellen einfach fallen gelassen oder wenigstens weitgehend reformiert oder neu eingeführt (20. Jahrhundert). Insbesondere Künstler der abstrakten Kunst wie Kandinsky brachen mit der nahezu lückenlos fortdauernden Tradition und entwickelten neue Kompositionsideale.