Der Kreis - kunstgeschichtlich betrachtet

Im Gegensatz zu geometrischen Figuren mit geraden Grundlinien, die in sich meist ruhend und statisch erscheinen, drücken Kreise eher Bewegung als Harmonie aus. Durch die ununterbrochene Linie und dadurch, dass das Auge kaum Ruhepunkte hat, bekommt man das Gefühl einer endlosen Bewegung über die Oberfläche oder in die Tiefe. Sogar den Eindruck einer Befreiung von Gesetzen der Schwerkraft können Kreise und gekurvte, fließende , spriralförmige Kompositionsgebilde und -linien hervorrufen.
Der Kreis kann zuweilen auch ein Geschehen rahmen, es umschließen oder gar einengen, so dass eine zentrierte Wirkung erzielt wird, die vom Künstler als Ausdruck einer Kompaktheit eingesetzt werden kann. Durch sich überlagernde, kurvenförmige Bewegungsszenarien kann sogar über eine herkömmliche Dynamik und Betonung der Bewegung eine Art Dramatik erzeugt werden. (Siehe Beispiel 3.2a)
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