Chisto und Jeanne-Claude - Biografie seiner Projekte
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Jeder fängt mal klein an. Christo beginnt 1958 in Paris damit, dass er Flaschen, Dosen, Ölfässer, ein Automobil und sogar Frauen verhüllt.
1968 leistet Christo einen Beitrag zur documenta 4 in Kassel. Er verhüllt 5600 Kubikmeter Luft. Dieses Luftpaket besteht aus 2000 Quadratmetern Stoff, ist mit 3,5 Kilometern Seil verschnürt und mit Stahlkabeln an sechs Betonfundamenten verankert. Dieser 6000 Kilogramm schwere Ballon hat eine Höhe von 85 und einen Durchmesser von zehn Metern. Ein weiteres Projekt, mit dem die Christos noch heute in Australien identifiziert werden, war 1969 ein 100.000 Quadratmeter großer verhüllter Küstenstreifen an der Little Bay bei Sydney. 15 Profibergsteiger, 110 Arbeiter, Architektur- und Kunststudenten der University of Sydney und Studenten des East Sydney Technical Colleges, sowie zahlreiche australische Künstler und Lehrer investierten über einen Zeitraum von vier Wochen insgesamt etwa 17.000 Arbeitsstunden in dieses gigantische Projekt.
Seine nächst größere Verhüllung mußte schon nach einem Tag auf Grund einer Orkanwarnung vorzeitig wieder abgebaut werden. Christo spannte einen orangefarbenen Vorhang durch die Rifle-Schlucht in Colorado (Bild 1).
Auf beträchtliche Widerstände stieß von 1972-76 Christos Running Fence (Bild 2). Dieser war zuerst entlang der Berliner Mauer geplant, wurde am 10. September 1976 aber im nördlichen Kalifornien verwirklicht.
Eines der spektakulärsten Projekte der Christos waren die Surrounded Islands in der Biscayne Bay in Florida 1980-83 (Bild 3). Elf künstlich aufgeschüttete Inseln inmitten der Region Greater Miami, die als Müllabladeplätze mißbraucht wurden, wollten die Christos für kurze Zeit mit rosafarbenen Stoffbahnen umgeben. So wirkten die Inseln von oben betrachtet wie Seerosen.
1985 kam es nach zehn Jahren Vorbereitungen und Auseinandersetzungen mit Politikern zur Verhüllung der berühmten Brücke Pont-Neuf in Paris. Sein aktuellstes Projekt, The Umbrellas (Bild 4), Japan-USA, sollte auf zwei Kontinenten gleichzeitig verwirklicht werden. Hierzu nutzte Christo die Zeitzonen. Zuerst wurden die riesigen Sonnenschirme in Japan geöffnet. Als dies geschehen war, sprang Christo in ein Flugzeug nach Amerika und öffnete auch dort die Schirme zur selben Zeit wie in Japan.
Jeanne-Claude mußte derweil in Japan bleibe, denn die Christos fliegen niemals gemeinsam. Weil sie schon am selben Tag geboren wurden, wollen sie nicht auch noch am selben Tag im gleichen Flugzeug abstürzen.
Um ein Projekt dieser Art zu finanzieren, benötigt man viel Geld. Christo finanziert alle seine Projekte selbst, deshalb kostet eine Zeichnung dieses Unternehmens auch 35.000 bis 360.000 Dollar.