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Die Natur als Erfindung des Menschen
Geisteswissenschaften   Lyrik-Malerei

Natur und Stadt in Lyrik und Malerei, ein Projekt in Deutsch und Kunst, Klasse 10 F 1 Frühjahr 1999

10 f 1      Klassenarbeit Nr. 4      23.4.99

Bildbeschreibung, Gedichtinterpretation

Wähle eines der drei Themen aus!

1. Bildbeschreibung: Georg Grosz, Ohne Titel 1920

Aufgaben:

1. Beschreibe das Bild und seine Wirkung!

2. Deute die Aussagen zum Thema "Stadt"! Belege dabei auch mit Hilfe des formalen Aufbaus!

Auch Skizzen sind möglich!

3. Verknüpfe Bildmotive mit Motiven aus den Stadtgedichten, die dir bekannt sind!

2. Gedichtinterpretation: Georg Heym, Fröhlichkeit


Es rauscht und saust von großen Karusellen
Wie Sonnen flammend in den Nachmittagen.
Und tausend Leute sehen mit Behagen,
Wie sich Kamele drehn und Rosse schnelle (sic!),


Die weißen Schwäne und die Elefanzen (sic!),
Und einer hebt vor Freude schon ein Bein
Und grunzt im schwarzen Bauche wie ein Schwein,
Und alle Tiere fangen an zu tanzen.


Doch nebenan, im Himmelslicht, dem hellen,
Gehen die Maurer rund, wie Läuse klein,
Hoch ums Gerüst, ein feuriger Verein,
Und schlagen Takt mit ihren Mauerkellen.


Aufgaben:
1. Fasse zusammen, welche realen Bestandteile der Stadt Heym darstellt und aus welcher Perspektive er sie betrachtet!


2. Nimm Stellung, ob dich der Titel "Fröhlichkeit" überzeugt! Analysiere zu diesem Zweck Form und Sprache!


3. Vergleiche die Stimmung dieses Stadtgedichts mit einem oder zwei behandelten Stadtgedichten!

3. Gedichtinterpretation: Georg Trakl, Verfall


Am Abend, wenn die Glocken Frieden läuten
Folg' ich der Vögel wundervollen Flügen,
Die lang geschart, gleich frommen Pilgerzügen
Entschwinden in den herbstlich klaren Weiten.


Hinwandelnd durch den dämmervollen Garten
Träum ich nach ihren helleren Geschicken
Und fühl der Stunden Weiser kaum mehr rücken.
So folg ich über Wolken ihren Fahrten.


Da macht ein Hauch mich von Verfall erzittern.
Die Amsel klagt in den entlaubten Zweigen.
Es schwankt der rote Wein an rostigen Gittern,


Indes wie blasser Kinder Todesreigen
Um dunkle Brunnenränder, die verwittern,
Im Wind sich fröstelnd blaue Astern neigen.


Aufgaben:

1.Beschreibe die formale und inhaltliche Gliederung!

2. Erläutere die Stimmung, indem du die Sprache analysierst!

3. Der erste Titel 1909 hieß "Herbst". Prüfe die Wirkung der beiden Titel!



Die Verteilung der Themen war:

Thema 1: Bildbeschreibung 9 (1x1,3x2,2x3,3x4)
Thema 2: Fröhlichkeit 4 (2x4,2x5)
Theama 3: Verfall 11 (3x1,1x2,3x3,3x4,1x5)


Die Arbeit ist recht gut ausgefallen, was bei dieser Klasse, die in der Mitarbeit sehr zögerlich und zurückhaltend ist, stets überrascht. Offensichtlich gibt die Einübung klar strukturierter Arbeitsanleitungen immer wieder eine hinreichende Sicherheit, sodass schließlich die selbstständige Anwendung gelingt. Bei der Einarbeitung der Textanalyse zeigten sich die erheblichsten Unterschiede, die dann bestimmend für die Benotung wurde. Die Arbeiten zum ersten Thema wurden gemeinsam mit dem Kunstlehrer korrigiert, sodass die in Kunst geleisteten Vorarbeiten sachlich richtig berücksichtigt werden konnten. Hier zeigte sich besonders deutlich, in welch sinnvoller Weise der parallel durchgeführte Unterricht fruchtbar für die SchülerInnen werden konnte.
Insgesamt halte ich sowohl die Zusammenarbeit mit dem Kunstlehrer für gelungen wie auch Inhalt und Durchführung des Projektes für nachahmungswert.



obenKlasse 10 F1 Gisela Müller  Rolf Wyrwas  Datum: Mai 99. Letzte Änderung am 08. August 2002
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