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Die Natur als Erfindung des Menschen
Geisteswissenschaften   Lyrik-Malerei

Natur und Stadt in Lyrik und Malerei, ein Projekt in Deutsch und Kunst, Klasse 10 F 1 Frühjahr 1999

16.2.- 6.Std. und 19.2. - 7. Std.
Zum Schluss verglichen wir das Gedicht von Dehmel mit dem Bild "Erwartung" von Klimt, um zu zeigen, wie auch zeitgenössische Maler Natur und Mensch ineinander verschwimmen lassen.

In der folgenden Stunde (7.Std.) wurde anhand der Hausaufgaben ("Was wird durch Metaphern und Personifikationen dargestellt?") richtig aufgebautes Argumentieren geübt.
Aus den drei behandelten Gedichten wurde außerdem ein Fazit unter der Fragestellung gezogen, wie das Verhältnis von Mensch und Natur jeweils gestalten worden sei. Arno Holz beginnt mit der Gegenüberstellung von Mensch und Natur und lässt beide immer mehr eins werden. Liliencron konfrontiert Stadt und Natur. Die Natur wird zum Erholungsort und durch die Metapher "Sind unser Teppich" zum Wohnort für die Menschen. In Dehmels Gedicht wird durch Metaphern und Personifikationen der Natur menschliches Handeln zugeschrieben . Dadurch werden Mensch und Natur vereint. Die Grenze zwischen Mensch und Natur wird aufgehoben.

Als Hausaufgabe erhielten die SchülerInnen den Auftrag, ihr eigenes Verhältnis zur Natur in einem lyrischen Text zu formuliernen. Die dabei entstandenen Texte wurden vorgetragen und zeigten, dass inzwischen die Sperre, Gefühle und damit sich selbst einzubringen, gelöst wurde.

Einige Beispiele zeigen die Variationsbreite.

Sandra Priese, Ausflug ans Meer

Ich gehe barfuß am Strand entlang
und spüre die Seeluft, den feinen Sand.
Das Kalte, das meine Füße umspült,
das Salz, das auf meinen Lippen liegt.

So taste ich mich nun, Schrit
für Schritt,
vom Heißen ins Kühle, wer
geht mit?
Ich spring in die Flut,
weg von der Glut.

Doch plötzlich, wie aus dem Nichts,
bäumen sich Wellen und drängt die Gischt.
Wie sie peitscht, die Brandung, so laut und stark,
sodass die eigene Stimme versagt.

Die Wellen werden höher und
rollen übern Strand,
sie berühren jetzt schon die
grüne Hand.
Reißen Bäume und Tiere mit Macht
ins Meer
und ziehen mich mit ins ewige
Leer.

Angst und Schrecken halt ich nun aus,
keiner sieht mich hier weit hinaus.
Niemand hört meinen Schrei, meinen Ruf ,
sodass mein Schicksal hier nun schuf:
Die Ewigkeit mich fesselt im Bann,
sodass ich nun nicht mehr fortlaufen kann.

Ich bet' im Stillen ein Wort
zum Ruhn,
die Welle kam und deckte mich zu.

Julia Borbus, Natur und ich

Über mir der endlos weite Himmel.
Unter mir das weiche grüne Gras.
Umgeben von den Bäumen, bewegungslosen Riesen.
Umhüllt vom süßen Duft der Blumen, erblüht an diesem Sommertag.
Ich liege entspannt und ruhig,
Ich höre zu:
den Lauten der Vögel,
dem Flüstern der Natur.
Sie spricht zu uns,
man muss nur leise hinhören!

Florian Meyer, Die Natur und ich


Es tut gut,
nicht mehr den Geruch von Ruß und Kohle
in der Nase zu haben.
Der Waggon ist voll beladen,
aber nicht überfüllt.
Es sind Arbeiter,
die die 16-Uhr-Schicht hinter sich haben.
Zum Glück habe ich die 6. Station hinter mich gelassen.
Jetzt sind es nur noch zwei Stationen.
Die Plätze sind nun gähnend leer
und die S-Bahn hält zum letzten Mal.
Als ich die Bahn verlassen habe,
bemerke ich zum ersten Mal die Sonnenstrahlen,
die mir auf den Rücken scheinen.
Sie sind Balsam für meine mit Dreck beschnmutzte Haut
und ich spüre,
wie ich beginne,
eins mit der Natur zu werden.
Ich vergesse alles um mich herum
und achte nur noch auf die schrillen Gesänge der Grillen.
Als ich die Augen öffne,
bemerke ich,
dass ich mehr als eine halbe Stunde hier stand.
Als ich die Haustür öffne,
lege ich mich sofort auf den Liegestuhl
und erhole mich noch den ganzen Tag
und lege den Stress beiseite.

Marion Kokerbeck


Die Natur,
So sehe ich sie:
Eine nicht fassbare Kraft.
Nicht zu zähmen in ihrer Gewalt.
Vorsicht ist geboten,
Doch besser noch Respekt.

Ich sehe aber
Die andere Seite auch.
Ruhe und Ausgeglichenheit strahlt sie aus,
Solange man sie nicht stört.
Stört man sie aber, so wird sie sich rächen.

Anne Kristin Leiffer, Die Natur und ich


Schön, all die frischen bunten Farben zu sehen,
Schön, den feinen Duft die Nase umstreichen zu lassen,
Schön, den lauen Wind auf der Haut zu spüren,
Schön, die vielen Vögel und Insekten singen zu hören,
Schön, den zarten Kuss der beruhigenden Wärme zu schmecken.
Schön, in einer blühenden Wiese zu liegen, umsäumt
Von kräftigen Eichen, deren volle Kronen mir kühle
Schattige Plätze auf dem Boden ausbreiten.
Herrlich, so ungestört querfeldein zu galoppieren.
Herrlich zu sehen, wie genüsslich das Pferd auf dem
Saftig grünen Waldgras kaut...
Schade, dass das nun nicht mehr möglich ist!



obenKlasse 10 F1 Gisela Müller  Rolf Wyrwas  Datum: Mai 99. Letzte Änderung am 08. August 2002
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