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Die Natur als Erfindung des Menschen
Geisteswissenschaften   Goethe: Faust


Aula - Café zum Goethejahr , ein Projekt des Leistungskurses Deutsch, Jg. 12, 11.2.99
Goethes Farbenlehre

Goethe und Newton

Goethes PrismenDie Frage, ob die Farbenlehre von Newton oder die von Goethe richtig sei, ist falsch gestellt. Die Frage ist vielmehr wie erfolgreich eine Theorie ist.

Die moderne Physik hat es sich zur Aufgabe gemacht mit Berechnungen und Theorien Naturvorgänge und –gesetze so zu erfassen und zu erklären, dass Natur berechenbar und beherrschbar wird. Dazu entwickelt sie neue Vorstellungen, formuliert Gesetze und benutzt Apparate.

Goethe lehnt genau die Betrachtungsweise ab. Für ihn ist die Betrachtung der Natur als Einheit wichtig. Seine Haltung zu Laboratorien und komplizierten Apparaten wird im folgenden Gedicht deutlich:

„ Freunde, flieht die dunkle Kammer,
wo man euch das Licht verzwickt
und mit kümmerlichsten Jammer
sich verschrobnen Bilden bückt.
Abergläubische Verehrer
gab`s die Jahre her genug,
in den Köpfen eurer Lehrer
laßt Gespenst und Wahn und Trug."

Goethes Ziel war der Hinweis auf den ästhetischen Gebrauch und die ästhetische Wirkung der Farben und den Aussagen über das Kolorit. Goethe wollte durch sein Werk ein völlig neues Verhältnis zur Farbe schaffen.

„Denn jedes neue Verhältnis, das an den Tag kommt, jede neue Behandlungsart, selbst das unzulängliche, selbst der Irrtum ist brauchbar oder aufregend und für die Folge nicht verloren. In diesem Sinne mag der Verfasser denn auch mit einiger Beruhigung auf seine Arbeit zurücksehen; dieser Betrachtung kann er wohl einigen Mut schöpfen zu dem, was zu tun noch übrigbleibt, und, zwar nicht mit sich selbst zufrieden, doch in sich selbst getrost, das Geleistete und zu Leistende einer teilnehmenden Welt und Nachwelt empfehlen."

S. 523 Z. 17 bis 23 (J. W. v. Goethe)

Zum Abschluß wollen wir den Unterschied zwischen Newton und Goethe mit einem Versuch darstellen.


Versuch 3

Newtons und Goethes Versuch zu den Grundfarben

Goethe ließ das Licht bei seinem Versuch durch ein Prisma fallen und bekam dadurch eine Farbskala, deren äußerste Grenzen die Farben Blau und Gelb waren, deshalb nannte er diese beiden Farben die Grundfarben.

In der Mitte dieser Skala war eine große weiße Fläche,

Dieser Effekt entstand dadurch, daß Goethe bei seinen Versuchen, anders als Newton, das Licht nicht durch die Spalte fallen ließ. Besser gesagt, er machte nur ein großes Loch in seinem Vorhang, womit er beliebige bzw. unendlich viele Spalten erzeugte. So konnte er die eigentliche Spaltung des Lichtes in verschiedene Farben gar nicht beobachten. Da, wo sich die Farben überschnitten, entstand weißes Licht und nur an den äußeren Enden der Skala entstanden die Farben, die Goethe gesehen hat.

Hätte er nur einen schmalen Spalt benutzt, so hätte er genau wie Newton erkennen können, daß das Licht nicht nur aus zwei Grundfarben besteht, sondern aus vielen verschiedenen.

Bei einem Spalt erkennt man dann deutlich die newton´sche Farbenskala des Lichts.

Benutzt man mehr Spalten, gibt es auch mehr Farbskalen nebeneinander. Irgendwann ergibt sich dann durch Überlagerung der hier gezeigte Effekt. Bei unendlich vielen Spalten kommt es zu einer Überlagerung der Farbskalen, so daß nur noch Gelb und Blau zu sehen sind und dazwischen weißes Licht.

Daran wird deutlich, daß wir mit Newtons Versuchsanordnung Goethes Theorie erklären können, also liefert Newton der Physik die umfassendere Theorie.

Copyright by Samuele Macari und Christoph Mädge 15.11.1998.



obenLeistungskurs 12 Gisela Müller  [Dr. Dörte Haftendorn Datum: Februar 99. Letzte Änderung am 25. Mai 2002
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