Archiv: Diese Seiten werden nicht mehr bearbeitet!
Exposystem Johanneum zur EXPO 2000 Alphabetischer Index unten
Die Natur als Erfindung des Menschen
Geisteswissenschaften      Hauff   


13. Der "Mord" an Lisbeth

Hätte Lisbeth gewußt, daß Peter ein Herz aus Stein hatte und keinen Menschen lieben konnte, hätte sie sich nicht gewundert. Wenn sie unter der Tür saß und ein Bettelmann vorbeiging, drückte sie nur die Augen zu. So kam es, daß sie von den Leuten für noch geiziger als ihr Mann gehalten wurde.

Als eines Tages Peter nicht zu Hause war und Lisbeth mit der Spindel bei schönem Wetter vor dem Haus saß, kam ein altes zerbrechliches Männlein vorbei, der einen großen schweren Sack auf dem Rücken trug. Er bat um Wasser. Lisbeth sah, wie schwach der Mann war. Deswegen brachte sie ihm Brot und Wein in dem Becher, aus dem nur Peter trank. Das Männlein dankte: "Ich habe wenige Menschen gesehen, die teilten wie ihr. Euer gutes Herz wird belohnt werden."

"Nein, die Belohnung soll sie jetzt gleich haben!" rief Peter, der von seinem Ausritt zurückkam. "Meinen Wein aus meinem Becher verschenkst du?" schrie Peter mit blutrotem Gesicht, zog seine Peitsche und schlug so hart zu, daß Lisbeth wie tot dalag.

Peter bereute es sofort. Da sprach eine bekannte Stimme: "Gib dir keine Mühe. Du hast die schönste Blume des Schwarzwaldes zertreten."

Peter erkannte das Glasmännlein und gab ihm die Schuld, daß er sein Herz verkauft hatte. Daß ließ sich das Glasmännchen nicht gefallen. Es wurde zu einem Ungeheuer mit Riesenaugen und flammendem Mund, packte Peter am Nacken und warf ihn zu Boden. "Du Wurm! Du hast über den Herrn des Waldes gelästert. Aber wegen deiner toten Frau, die mir zu essen und zu trinken gab, will ich dir acht Tage Frist geben, um dich zu bessern!"

Julia P., Agneta

Zur nächsten Seite



obenKlasse 7L Web: Gisela Müller  Dr. Dörte Haftendorn  Datum: Mai 98. Letzte Änderung am 21. Oktober 1999
Exposystem [Geisteswissenschaften] [Hauff] [Inhalt] Überblick [Dokumentationsteam] [Email s.Ueberblick] Informationssystem