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Naturauffassung der Nationalsozialisten

Durch die konsequente Gleichschaltung der Kultur und durch die Zusammenfassung aller im kulturellen Bereichen Tätigen in der Reichskulturkammer (untergliedert in Reichsschrifttumskammer, Reichsmusikkammer, Reichstheaterkammer, Reichsfilmkammer, Reichskammer der bildenden Künste, Reichsrundfunkkammer) im September 1933 wurde die kulturelle Vielfalt in Deutschland zerstört. Der Ausschluß aus der Reichkulturkammer bedeutete für zahlreiche demokratische und jüdische Schriftsteller und andere Künstler Berufsverbot und den Verlust ihrer Existenzgrundlage. Demonstrativ verbrannten die Nationalsozialisten in einer von Goebbels im ganzen Reich organisierten Aktion am 10. Mai 1933 Bücher bedeutender deutscher, zum Teil weltweit anerkannter Schriftsteller, u.a. Heinrich und Thomas Mann, Stefan Zweig, Bert Brecht, Carl Zuckmeyer, Anna Seghers, Alferd Döblin, Kurt Tucholsky und Erich Kästner. Am 16. Mai 1933 veröffentlichte das Börsenblatt des deutschen Buchhandels bereits schwarze Listen der aus den Bibliotheken zu entfernenden Bücher.

Da sich Hitler auf dem Gebiet der bildenden Kunst und Architektur besonders kompetent fühlte, griff der Nationalsozialismus hemmungslos in künstlerische Aktivitäten ein und forderte, gestützt auf ein spießiges Kunstideal breiter Schichten, die Vernichtung aller modernen und internationalen Stilrichtungen. An ihre Stelle sollte die Darstellung pathetischen Heldentums und der deutschen Volksseele treten. In der Ausstellung ENTARTETE KUNSTdemonstrierten die Nationalsozialisten 1937 in München ihren Anspruch, allein bestimmen zu können, was Kunst sei. Hervorragende Kunstwerke der Weimarer Zeit wurden beschlagnahmt, in der o.g. Wanderausstellung vorgeführt oder - wie 1934 vor der Hauptfeuerwache in Berlin über 1000 Gemälde und etwa 3800 Zeichnungen - öffentlich verbrannt. Betroffen waren u.a. Maler und Bildhauer wie Ernst Barlach, Max Beckmann, Otto Dix, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Käthe Kollwitz, Max Liebermann, Emil Nolde. Viele Schauspieler, Musiker und Architekten sahen bald keine Möglichkeit mehr, künstlerisch zu wirken , und verließen Deutschland. Als künstlerisch wertvoll galten nur Werke, die auf der Linie der NS-Ideologie lagen und nicht von Juden stammten. Da viele Künstler bereits emigriert waren und es keine breite Diskussion über Kunstfragen in Deutschland gab, bewirkten die Maßnahmen der Nationalsozialisten keine nennenswerten Protestaktionen.



obenAutoren: Klasse 10F2 Web: Fred Radewaldt Datum: März 98. Letzte Änderung am 18. März 2000
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