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Reichsschrifttumskammer

Methoden nationalsozialistischer "Schrifttumspflege"
Am Beispiel des Buchwesens soll exemplarisch gezeigt werden, was Nationalsozialisten unter "aktiver Kulturförderung" verstanden. (Mit diesem Begriff wollten sich die Faschisten gegen die Kulturpolitik der Weimarer Republik absetzen.)
1. Organisatorische Erfassung
1. Wirtschaftsstelle für den deutschen Buchhandel, Berlin, Europahaus. 2. Deutsches Sprachpflegeamt, Berlin W 8, Friedrichstr. 194.
Reichsschrifttumskammer (Wesen und Aufgaben)
"Die Reichsschrifttumskammer stellt den organisatorischen Zusammenschluß aller Berufsgruppen dar, die im Sinne des § 4 der Ersten Durchführungsverordnung zum Reichskulturkammergesetz vom 1. November 1934 (RGBI. S. 797) an der Erzeugung, Verbreitung und Vermittlung des Kulturgutes Buch teilhaben. Sie erfaßt somit die Schriftsteller und Buchhändler aller Schaffenszweige und Vertriebsarten. Ihr Ziel ist es, diese Gruppen auf berufsständischer Grundlage zu einer Leistungsgemeinschaft zusammenzuschließen, die in weit höherem Maße als bisher das von ihr betreute Kulturgut zum Besitz des Volkes macht. Die wichtigsten Aufgaben der Kammer sind daher: Die Überführung der einzelnen Berufsgruppen aus einer Vielzahl liberaler Interessenverbände in eine festgefügte, einheitlich geführte und daher leistungsfähige organisatorische Einheit, in der jede Einzelgruppe nur noch Teil und Glied eines Ganzen, eben der Reichsschrifttumskammer, bildet. Die Überbrückung und der Ausgleich der zwischen den einzelnen Gruppen bestehenden, gleichsam natürlichen Spannungen mit dem Ziel, alle unnötigen Friktionen auszuschalten.

Die Reinerhaltung des Schrifttums von allen schädlichen und unerwünschten Einflüssen, die nach der Aufhebung des Schmutz  und Schundgesetzes vom Staat der Kammer, d. h. dem Stande anvertraut wurde. Damit im Zusammenhang die Herausbildung eines neuen berufsständischen Ethos, kraft dessen sich jedes Mitglied der Kammer, gleichgültig ob es sich schriftstellerisch oder buchhändlerisch betätigt, für sein Tun und Lassen der Volksgemeinschaft verantwortlich fühlt. Die Schulung der buchhändlerischen Gruppen, insbesondere des Nachwuchses. Die Wahrnehmung der berechtigten wirtschaftlichen Interessen des Gesamtstandes und die Förderung des Schrifttums durch den Einsatz aller Propagandamittel, insbesondere durch die Veranstaltung großer, jährlich wiederkehrender Werbeaktionen, wie z. B. der Woche des deutschen Buches. Die repräsentative Vertretung des Standes im Inland wie gegenüber dem Ausland. Enger herangezogen an die Kammer als die übrigen Gruppen ist die Gruppe der Schaffenden, die bis zu dessen Auflösung im Reichsverband deutscher Schriftsteller zusammengefaßt war. Diese Gruppe wird unmittelbar von der Kammer betreut, und zwar mit Hilfe von Fachbearbeitern, die innerhalb der Kammer die einzelnen Schaffenszweige (Erzähler, Lyriker, Bühnenschriftsteller usw.) vertreten.“




obenAutoren: Klasse 10F2 Web: Fred Radewaldt Datum: Frühjahr 98. Letzte Änderung am 18. März 2000
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