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Die Natur als Erfindung des Menschen
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Schwarze Listen

Die folgenden Listen sind von einer "Kommission der Berliner Büchereien"
zusammengestellt

Grundsätzliches zur Anfertigung von Schwarzen Listen

1. Die Maßstäbe für die Anfertigung von Schwarzen Listen sind literaturpolitischer Natur. Für sie gilt die fundamentale, für jede politische Entscheidung notwendige Vorfrage: Wer ist der eigentliche Feind? Gegen wen richtet sich der Kampf?

2. Der Kampf richtet sich gegen die Zersetzungserscheinungen unserer artgebundenen Denk- und Lebensform, d. h. gegen die Asphaltliteratur, die vorwiegend für den großstädtischen Menschen geschrieben ist, um ihn in seiner Beziehungslosigkeit zur Umwelt, zum Volk und zu jeder Gemeinschaft zu bestärken und völlig zu entwurzeln. Es ist die Literatur des intellektuellen Nihilismus.

. Diese Literaturgattung hat vorwiegend, jedoch nicht nurjüdische Vertreter. Zudem ist nicht jeder jüdische Schriftsteller ein Asphaltliterat: z. B. vertritt die von dem Zionisten E. bin Gorion an den literarischen Assimilationsjuden geübte Kritik das jüdisch-völkische Prinzip.

4. Nicht jeder russische Schriftsteller ist Kulturboischewist. Dostojewski und L. Tolstoi gehören nicht auf den Index (ohne Dostojewski kein Moelier van den Bruckl). Neuanschaffungen von Russen sind nicht nötig, ebensowenig wie alle neuen Russen (z. B. Fadejew, Tarassow-Rodionow) vernichtet zu werden brauchen.

5. Es empfiehlt sich, grundsätzlich von jedem, auch dem gefährlichsten Buch je ein Exemplar in den großen Stadt-, Haupt- und Studienbüchereien für die kommende geistige Auseinandersetzung mit den Asphaltliteraten und Marxisten im Giftschrank züi behalten. Dies gilt vor allem für die wissenschaftlich-marxistische Literatur, die in Volksbüchereien natürlich entbehrlich ist.

6. Technisch ist die Säuberung etappenweise, nach Maßgabe der möglichen Neuanschaffungen zur Auffüllung der entstandenen Lücken mit deutschem Schriftium, durchzuführen.

7. Die für die Ausleihe gesperrten Bücher sind am praktischsten in drei Gruppen einzuteilen:
Gruppe 1 fällt der Vernichtung (Autodafe`) anheim, z. B. Remarque´,
Gruppe 2 kommt in den Giftschrank (z. B. Lenin),
Gruppe 3 enthält die zweifelhaften Fälle, die eingehend zu prüfen sind, ob später zu Gruppe 1 oder 2 gehörig (z. B. Traven).

8. Wichtiger als die Säuberung ist der Bestandsaufbau im Sinne des neuen Deutschland.

9. Zum Bestandsaufbau im nationalistischen und sozialistischen Sinne gehört keinesfalls der patriotische Kitsch. Gegen ihn werden ebenfalls Schwarze Listen ausgearbeitet. Beispiele für patriotischen Kitsch: P, 0. Höcker, P. Hoch!



obenAutoren: Projektgruppe Entartete Kunst, Fred Radewaldt Datum: Frühjahr 98. Letzte Änderung am 17. März 2000
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