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John Heartfield

(eigentl. Helmut Herzfelde)

* 19. Juni 1891 in Berlin-Schmargendorf

+ 26. April 1968 in Berlin

John Heartfield gilt als Begründer der politischen Fotomontage und führendes Mitglied des Berliner Club "Dada".

Prägend für John Heartfields Schaffen war ein Ereignis aus seiner Kindheit: Als Helmut sieben Jahre alt war, floh seine Familie nach Österreich, weil der Vater, Schriftsteller und Sozialist, wegen Gotteslästerung verurteilt wurde. Von dort verschwand der Vater und die Mutter kam in eine Nervenheilanstalt. Helmut war mit seinen drei jüngeren Geschwister drei Tage lang allein. Er brach in Panik aus. Noch Jahre später, die Kinder wurden in verschiedene Familien gegeben, folgten Wutausbrüche und es entstand der Wunsch, Maler zu werden.

Helmut Herzfelde studierte in München (1907-1911) und in Berlin (1912-1914) Kunst. In Berlin lernte er George Grosz kennen. Die Herzfelde-Brüder (Helmut und Wieland ) und andere verlegen ohne Lizenz die Zeitschrift "Neue Jugend". Nach dem Studium schloß er sich dem Künstlerkreis "Der Sturm" an. 1916 anglisierte Herzfelde, wie sein Freund George Grosz , seinen Namen, wegen der Kriegshetze gegen England und aus Protest gegen die bürgerliche Gesellschaft. Mit seinem Bruder Wieland gründete er 1917 den Malik-Verlag in Berlin, für den er seine ersten Typographien und Buchumschläge entwarf. In Experimenten mit anderen Berliner Dadaisten entwickelte er zuerst die Verwendung der Fotomontage, um mit ihr als satirisches Ausdrucksmittel politisch-soziale Mißstände anzuklagen - er gilt daher als Begründer der politischen Fotomontage. Im Juni 1920 bringt der Malik-Verlag den Katalog zur "Ersten Internationalen Dada-Messe" in Berlin heraus.

"BENÜTZE DAS FOTO ALS WAFFE"

1918 tritt Heartfield aus Nähe zum Proletariat der KPD bei. Er entwarf Fotomontage, Buchumschläge und Plakate für die Dada-Zeitschriften "Die Pleite" oder "Der Dada" (1921- 1923), für die KPD und für die AIZ (Arbeiter-Illustrierte-Zeitung) zwischen 1929 und 1938.

1921-1923 war Heartfield für Max Reinhardts Theater und für Erwin Piscators "Proletarisches Theater" als Bühnenbildner tätig.

Er entwarf für mehrere im Malik-Verlag erscheinende Bücher den aussagekräftigen Buchumschlag, der schon im Schaufenster zum Nachdenken anregen sollte.

1929 erhält Heartfield in der Werkgrundausstellung in Stuttgart einen Raum für seine Werke.

1933 emigrierte er als Verfolgter des Nazi-Regimes zuerst nach Prag, wo er weiter für die AIZ tätig war und mit seinem Bruder Wieland den Malik-Verlag neu aufbaute. Danach liess er sich als Graphiker in Leipzig und später in Berlin nieder.



obenAutoren: Klasse 10L Mai 98  Letzte Änderung am 30. Januar 2001
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