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Paul Klee

1. Biographie von Paul Klee (1879 - 1940)

Am 18. Dezember 1879 wird Paul Klee in Münchenbuchsee in der Nähe bei Bern geboren. Seine Mutter ist Schweizerin, sein Vater Deutscher. Beide sind musikalisch ausgebildet. Zudem hat er eine ältere Schwester namens Mathilde. Im Alter von sechs Jahren zeigt ihm seine Großmutter mütterlicherseits den Umgang mit Pastellfarben. Im Jahre 1886 geht er zur Schule und schloß 1898 sein Abitur ab. Während seiner Schulzeit spielt er im Berner Stadtorchester Geige und schreibt einige Erzählungen und Gedichte. Nach seinem Abitur reist er nach München, um in der Kunstakademie Malerei zu studieren. Dort wird er in der Radiertechnik unter-wiesen. Außerdem versucht er zu modellieren. Von 1901- 1905 reist er viel umher (Italien, Frankreich), wo er mit vielen Künstlern (z.B. Moilliet, Bloesch) in Kontakt kommt. In dieser Zeit entstehen auch seine ersten Radierungen wie "2 Männer" oder "Weib und Tier".1906 beschäftigt er sich sehr intensiv mit den Malern Goya, Toulouse- Lautrec und Munch und ließ sich von ihnen inspirieren. Im gleichen Jahr werden von ihm zehn Radierungen von der Münchner Sezession (Künstlervereinigung) angenommen. Im September heiratet er Lily Stumpf, die Tochter eines Münchner Arztes. Von ihr bekommt er einen Sohn, den sie Felix nennen. Die Jahre darauf besucht er immer wieder Ausstellungen, bis 1910 in Bern, Zürich und Winterthur 56 von seinen Werken ausgestellt werden. Da die Ausstellung gut verläuft, wird sie in Basel übernommen. Mit 42 gründet er mit Kaspar, Kubin und Scharff die Gruppe Sema, sodass die ersten Illustrationen zu Candide von Voltaire entstehen. Candide ist ein Held aus der Erzählung von Voltaire. Er lernt unter anderem August Macke, Kandinsky und Franz Mark kennen. Im Jahre 1912 beteiligt er sich an der zweiten Ausstellung des Blauen Reiters, die schon ein Jahr zuvor stattgefunden hat. Zwei Jahre später reist er mit Macke und Moilliet nach Tunesien, wo er mit Aquarellen malt. Weil der 1. Weltkrieg ausbricht, müssen seine russischen Freunde Deutschland verlassen. Macke fällt hingegen bei Perthes. 1919, also ein Jahr nach dem Krieg, stellt er in Frankfurt und Hannover aus (35 bzw. 122 Werke). Am 25. November 1920 wird Paul Klee als Professor an das Bauhaus in Weimar berufen. Dort hat er endlich ein großes Atelier und ein Dutzend Staffeleien, womit er gleichzeitig an mehreren Werken arbeiten kann. Im gleichen Jahr erscheint sein Aufsatz "Schöpferische Konfession" in der "Tribüne der Kunst und Zeit". "Candide" erscheint bei Kurt Wolff. Im Januar 1921 siedelt er nach Weimar über, seine Familie folgt im Herbst. Dort stirbt seine Mutter, die zuvor 20 Jahre gelähmt war. 1923 veröffentlicht er den Aufsatz "Wege des Naturstudiums" und entwickelt viele neue Entwürfe, wie Magische Quadrate, Rasterbilder und Theaterbilder. Ausserdem hat er eine Ausstellung im Kronprinzenpalais in Berlin. Im darauffolgenden Jahr hat Klee seine 1. Ausstellung in Amerika und gründet mit Kandinsky, Feininger und Jawlensky "Die blaue Vier". Im Kunstverein Jena hält er einen Vortrag "Über die moderne Kunst" und verliert mit der Hilfe seiner Freunde langsam die Scheu vor der Öffentlichkeit. Im Dezember dieses Jahres wird das Bauhaus in Weimar geschlossen und im April 1925 nach Dessau verlegt. In diesem Jahr nimmt Klee an einer Surrealisten-Ausstellung in Paris teil und hat seine 1. Einzelausstellung in der Galerie Vavin-Raspail. Ein Jahr später zieht er mit der Familie nach Dessau, wo es ihm wegen der schönen Umgebung und seinem großen Atelier gut gefällt. Dort entwickelt er die Parallelfiguration, die wohl mit einer musikalischen Imitation zusammenhängt. 1929 schenkt er sich selbst zum 50. Geburtstag eine Reise nach Ägypten, wo er seine Ägyptischen Bilder (westöstlicher Divan) und Raumkörper entwickelt. Im nächsten Jahr hat Klee dann eine Ausstellung im Museum of Modern Art, was eine ungewöhnliche Ehrung für einen Deutschen in dieser Zeit war. Außerdem entwirft er den Farbigen Lichtraum und divisionistische Bilder ("Das Licht und Etliches"). 1931 schließlich hat er das Gefühl, am Bauhaus übermäßig beansprucht zu werden, weshalb er am 1. April eine Stellung an der Düsseldorfer SStaatlichen Akademie annimmt. Zwei Jahre später wird er von der Naziregierung entlassen und hat endlich die Freiheit, nach der er sich in Dessau so gesehnt hat, wobei die Zeit in Düsseldorf nicht besonders anstrengend war. Im Dezember siedelt er nach Bern über, aber der Abschied von Deutschland fällt ihm nicht leicht, weil er dort viele Freunde hat und er die Stadt Düsseldorf sehr gemocht hat. In Bern hat er eine kleine Wohnung und lebt sehr bescheiden. Sein grösstes Zimmer ist sein Atelier. 1934 hat er seine 1. Ausstellung in England und die Befriedigung, dass seine Wirksamkeit bis nach London reicht. Im nächsten Jahr macht er eine grosse Ausstellung in Bern, die danach auch in Basel stattfindet und sein Ansehen in der Schweiz steigert. Später machen sich erste Symptome seiner Krankheit Sklerodermie (Haut- und Muskelkrankheit) bemerkbar, die in den nächsten fünf Jahren zum Tod führt. 1937 war er bei der Ausstellung "Entartete Kunst" mit 17 Arbeiten vertreten, doch diese Diffamierung berührt ihn kaum noch. In diesem Jahr beginnt er mit Balkenstrichbildern und den tragisch dämonischen Gestalten, die auf eine Todesahnung hinweisen. Ausserdem malt er jetzt die späten Pastelle, die sieben grossen Tafelbilder, die Bilder der Todesnähe und seine Reihe der Engel, die die Sinnbilder der letzten Verwandlung sind. Im Februar 1940 hat er noch eine Ausstellung im Kunsthaus Zürich und malt seine letzten Bilder, zu denen auch das seines eigenen Requiems (Bestattung) zählt. Am 29. Juni stirbt Klee in einer Klinik in Muralto (Schweiz) im Alter von 60 Jahren. Klee hat bis zum Ende gearbeitet und hat z.B. 1936 weniger als hundert Bilder gemalt.

Selbstbildnis „Der Fisch“


2.Biographie von Paul Klee

Paul Klee (1879-1940) war ein deutsch-schweizerischer Maler und Radierer, der zu den originellsten Vertretern der Malerei des 20.Jahrhunderts zählt und auch durch sein kunsttheoretisches Schaffen maßgeblichen Einfluss auf die moderne Kunst ausübte. Klee hatte die deutscher Staatsbürgerschaft, verbrachte jedoch einen großen Teil seines Lebens in der Schweiz. Er wurde 1879 in Münchenbuchsee in der Nähe von Bern geboren und ging 1898 nach München, wo er bei dem einflussreichen Maler und Kunstpädagogen Franz von Stuck studierte. Sein Frühwerk umfasst vor allem graphische Arbeiten, darunter phantastisch-skurrile Zeichnungen und Radierungen, die Anregungen durch Francisco Goya, Heinrich Füssli und William Blake verraten. Nachdem er im Jahr zuvor mit Kandinsky Freundschaft geschlossen hatte, beteiligte er sich 1912 an der zweiten Ausstellung des Blauen Reiters in der Galerie Goltz in München und lernte im selben Jahr anlässlich einer Parisreise im Haus des Kunstkritikers Wilhelm Uhde die kubistische Malerei von Picasso und Braque kennen. Angeregt durch seine Übersetzung von Robert Delaunays Aufsatz "Über das Licht" für die Berliner Zeitschrift Der Sturm, begann er sich erstmals mit Problemen der Farbe auseinanderzusetzen, doch erst eine 1914 mit den Malern August Macke und Eduard Moilliet unternommene Tunisreise führte ihn zu einer verstärkten Auseinandersetzung mit der Farbe. Seine Gemälde und Aquarelle der nächsten Jahrzehnte sind durch einen individuellen Umgang mit zarten, durchscheinenden Farbflächen gekennzeichnet, die sich zusammen mit den kontrastiv dagegengesetzten graphischen Elementen wie Zeichen und Linien zu traumhaft-assoziativen Gebilden verdichten. So ist auch seine Zwitscher-Maschine (1922, Museum of Modern Art, New York) mit ihren drahtigen, vogelähnlichen Motiven eine Komposition aus zart aquarellierten Flächen, Linien und gewundenen Formen, deren evokative Wirkung die nur sparsam eingesetzten malerischen und graphischen Mittel um ein Vielfaches übertrifft. Von 1920 bis 1931 war Klee als Dozent am Bauhaus zunächst in Weimar, später in Dessau tätig, im Anschluss daran als Professor an der Düsseldorfer Akademie, bis er nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 entlassen wurde und nach Bern übersiedelte. Auch in der berüchtigten Ausstellung Entartete Kunst, die 1937 im Münchner Haus der Kunst gezeigt wurde, waren mehrere seiner Werke zu sehen. Ab Mitte der dreißiger Jahre, als sich erste Anzeichen einer fortschreitenden Haut- und Muskelerkrankung bemerkbar machten, begann Klee, sich größeren Formaten zuzuwenden und einen neuen Malstil zu entwickeln, der durch dicke, an Wachsmalkreide erinnernde Linien und große Flächen in gedämpften Farben charakterisiert war. Bei aller Ironie und Doppeldeutigkeit spiegeln seine Bilder dieser späten Periode Düsternis und Todesahnungen (Tod im Feuer, 1940, Kunstmuseum Bern). Klee starb 1940 in Muralto (Schweiz). Neben seinem malerischen Werk hinterließ er zahlreiche kunsttheoretische Schriften (Schöpferische Konfession, 1920; Über die Moderne Kunst, 1924, herausgegeben 1945; Pädagogisches Skizzenbuch, 1925 in der Reihe der Bauhaus-Bücher erschienen; Das bildnerische Denken, 1956 aus seinem Nachlass herausgegeben; Tagebücher 1898-1918, Köln 1968), in denen er sein aus der organischen Natur abgeleitetes künstlerisches Credo formulierte, das die Kunst nicht als Mittel zur Abbildung von Wirklichkeit, sondern als eine Art Schöpfungsakt begriff ("Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar").



obenAutoren: Klasse 10L Mai 98  Letzte Änderung am 30. Januar 2001
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