Archiv: Diese Seiten werden nicht mehr bearbeitet!
Exposystem Johanneum zur EXPO 2000 Alphabetischer Index unten
Die Natur als Erfindung des Menschen
Entartete Kunst   Bildende Kunst  


Vincent van Gogh

Vincent van Gogh wurde am 30. März 1853 in Groot Zundert (Holland) als Sohn des reformierten Pfarrers Theodor van Gogh und einer Mutter, die aus einer Familie von Malern und Kunsthändlern stammte, geboren. Auf den Tag ein Jahr zuvor war der erste Sohn des Ehepaars, der ebenfalls " Vincent Willem" heißen sollte, tot zur Welt gekommen. Aus diesem Grund wurde van Gogh besondere Liebe und Aufmerksamkeit von seinen Eltern entgegengebracht. Sein Onkel, dessen Name auch "Vincent Willem" war, war Kunsthändler in Den Haag. Durch ihn wurde van Gogh schon bald mit dem Kunstgeschäft vertraut gemacht. Van Gogh hatte auch einen vier Jahre jüngeren Bruder namens Theo, zu dem er stets ein besonderes, freundschaftliches Verhältnis hatte. Mit 16 verließ er die Schule und bekam dann von seinem Onkel einen Posten in dessen Haager Büro vermittelt. Dieser Posten füllte die nächsten vier Jahre seines Lebens. 1873 wurde van Gogh nach London versetzt, wo er sich erstmals unglücklich verliebte; 1875 ging er nach Paris, wo er 1876 mit der Begründung, er hätte "zuviel diskutiert und zuwenig verkauft", entlassen wurde. Daraufhin kehrte er als unbezahlter Hilfslehrer zurück nach London. Hier wurde er wenig später Gehilfe eines Methodistenpastors (Methodismus: 1730 in Oxford entstandene Bezeichnung für eine protestantische Erweckungsbewegung, die "methodistische" Frömmigkeit propagiert). 1878 wurde er selbst Prediger in einem Bergwergsbezirk in Belgien. Dort wurde er mit mehr Armut und Elend konfrontiert, als er ertragen kann: Er nahm das christliche Gebot "Gebet den Armen" so wörtlich, dass er seine warme Kleidung verschenkte und fast nichts mehr aß. Nach Meinung seiner Vorgesetzten verunglimpfte seine äußere Erscheinung den Berufsstand; wieder verlor van Gogh einen Arbeitsplatz. Im folgenden Jahr machte er eine schwere persönliche Krise durch, bis er 1880 beschloss Künstler zu werden. Von nun an sah er in der Malerei sowohl eine grosse Leidenschaft als auch Berufung. Er war jetzt glücklicher als je zuvor und stürzte sich voller Elan in seine Arbeit. Nach einigen Monaten schlug seine Stimmung jedoch um, er zeigte erste Anzeichen von Labilität und Unausgeglichenheit. Zu seiner zweiten unglücklichen Liebe, die ihn völlig mutlos machte, kam auch noch Streit mit seinem Vater über religiöse Themen hinzu.

Finanziell unterstützt wird van Gogh in dieser Zeit durch seinen Bruder Theo. 1885 entsteht das Bild "Die Kartoffelesser", in dem eine düstere Stimmung vorherrscht. Im selben Jahr stirbt van Goghs Vater. Bald lernt er die Impressionisten kennen, denen er den Vorwurf macht: "Es scheint nichts anderes mehr zu geben als die Mittagszeit von 11 bis 3 Uhr."

1886 zieht er zu Theo nach Paris und studiert dort einige Monate. Seine Meinung über die Impressionisten ändert sich, er fühlt sich nun von deren lichten Farben sehr angezogen. Während des Studiums lernt van Gogh andere Künstler, u. a. Gauguin, kennen. Alkohol, aufbrausendes Temperament und Streitsucht lassen immer neue Probleme aufkommen. Er streitet sich sogar mit Theo, zu dem er sonst immer das beste Verhältnis pflegte.

1888 zieht van Gogh nach Arles (Südfrankreich), das er für das Gegenstück Japans hält. Zu diesem Zeitpunkt ist er nämlich von der japanischen Kunst stark begeistert, in der auf alle Reflexe verzichtet wird, die Farben werden nebeneinander gesetzt, Bewegungen und Formen erhalten Konturen.

Er stürzt sich jetzt eifriger denn je in seine Arbeit, kommt vor lauter Malen kaum zur Ruhe. Er schreibt auch lange Briefe an Theo. Die Farbe Gelb dominiert in seinen derzeitigen Bildern. Er träumt von der Gründung einer Künstlerkolonie, dessen besonderes Mitglied Gauguin werden soll. Dieser zieht zur Freude van Goghs dann 1888 auch zu ihm. Leider folgen auch hier heftige Streitereien. Eines Tages wirft van Gogh dabei sogar, als er die Selbstkontrolle verliert, ein Glas nach Gauguin und bedroht ihn mit einem Rasiermesser. Daraufhin zieht Gauguin aus und van Gogh verstümmelt sich aus Verzweiflung selbst, indem er sich ein Stück seines rechten Ohres abschneidet, welches er einer Prostituierten gibt. Völlig verstört wird er ins Krankenhaus eingeliefert und nach zwei Wochen wieder entlassen. Durch Überarbeitung und Angst vor geistiger Umnachtung erleidet er einen Rückfall und begibt sich freiwillig in die Heilanstalt. Es wird eine Form von Epilepsie diagnostiziert. Während seines Aufenthaltes dort malt er ca. 160 Gemälde. !890 entsteht das Bild "Weinberg in Arles", das als einziges zu seinen Lebzeiten verkauft wird. Van Gogh zieht nach Auvers um. Weil er erfährt, daß Theo Geldsorgen hat und es dessen Sohn nicht gut geht, ist van Gogh so bedrückt, daß er sich am 27. Juli 1890 eine Schußwunde zufügt, an der er zwei Tage später in den Armen seines Bruders stirbt. In den letzten zwei Lebensmonaten hatte er etwa 70 Gemälde hergestellt; es waren hauptsächlich expressionistische Landschaftsbilder, zerrissen, verzweifelt und voller Sehnsucht.



obenAutoren: Klasse 10L Mai 98  Letzte Änderung am 30. Januar 2001
Exposystem [Entartete Kunst] [Bildende Kunst] Überblick [Dokumentationsteam] [Email s.Ueberblick] Informationssystem