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Friedrich Hollaender

Hollaender
Sein Leben Seine Freunde über ihnZwei seiner Lieder

tab Das Leben

Friedrich Hollaender wurde am 18. 08. 1896 in London geboren, wo seine Eltern, sein Vater Victor als Dirigent und seine Mutter Rosa als Sängerin, beim Zirkus Barnum & Bailey engagiert waren.

Hollaender als Kind 1899 ziehen sie nach Berlin. Dort komponiert sein Vater für Wolzogens Berliner "Überbrettl", für das erste deutsche Kabarett. Foto: Als Kind mit seinen Eltern

1915 beginnt er sein Kompositionsstudium bei Engelbert Humperding und heiratet Blandine Ebinger. B. Ebinger arbeitet für das Kabarett "Schall und Rauch", für das auch Hollaender bis 1925 etliche Chansons und Kabarettlieder komponierte.

1926 trennt er sich von seiner Frau Blandine und seiner nunmehr zweijährigen Tochter Philine.

1930 gelingt ihm der Durchbruch mit den Liedern (z.B. "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt", s.u.) zum Film "Der blaue Engel" mit Marlene Dietrich.

1931 eröffnet Hollaender das "Tingel-Tangel-Theater" in Berlin, das sich großen Zustroms erfreut.

1932 ehelicht er Hedi Schoop und führt das erste Mal in seinem Leben Regie

1933 wird das "Tingel-Tangel-Theater" unter massivem Druck der Nazis geschlossen. Hollaender flieht zuerst nach Frankreich und trifft dort alte Freunde von seiner Amerikareise wieder. Einer von ihnen vermittelt Hollaender einen Job als Regisseur in Hollywood. So überquert er den Atlantik in Richtung USA. Jetzt erst spielen Wien, Prag und Zürich seine Revuen, wie z.B. "Höchste Eisenbahn!" und "Allez- Hopp!", nach.

1934 eröffnet er sein "Tingel-Tangel-Theater" zum zweiten Mal, dieses Mal aber in Hollywood, wo er dann beginnt Musik für Hollywoodfilme zu schreiben.

1944 verläßt er seine zweite Frau Hedi Schoop, die ihm ins Exil gefolgt ist, und heiratet Leza Hay, die ihm im selben Jahr eine Tochter, Namens Melodie, gebärt.

1946 trennt sich Hollaender auch von ihr und seiner zweiten Tochter und heiratet Berthe Jeanne Kreder.

1948 stirbt, wie 8 Jahre zuvor sein Vater, nun auch seine Mutter. Er wurde inzwischen für zwei Oscars nominiert und hat über 200 Filmmusiken geschrieben.

1952 kommt er - besuchsweise wieder nach Deutschland und besichtigt das Konzentrationslager Dachau. Sehr bestürzt kehrt er in die USA zurück.

1955 zieht es Hollaender dann doch wieder nach Deutschland zurück und er sucht sich einen Wohnsitz in München.

Am 18. 01. 1976 stirbt Hollaender, über den schon zu Lebzeiten (1965,1972) Biographien und Filme gedreht wurden und der somit eine lebende Legende war.


 

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Freunde über Hollaender:

Billy Wilder:

" Er war ein Genie gewesen von Kopf bis Fuß, das kann ich beschwören, ein Genie." (1994)

Erich Kästner:

" Der unermüdliche Fanatiker der Heiterkeit... Es ist eine ernste Arbeit. Kleinkunst ? Was, um alles in der Welt ist dann Großkunst ?" (1959)

Kurt Tucholsky

" Dann ist da, aber ganz und gar alleine, Friedrich Hollaender, der die besten Texte schreibt, die heute bei uns geschrieben werden." (1932)

Hollaender über Hollaender

" Er ist ein Pessimist mit optimistischen Vorzeichen. Ein lachender Melancholiker, der mit diesen beiden Stimmungen in ewigem Zwiestreit liegt. Auch seine Melodien pendeln immer zwischen Dur und Moll und können sich nicht entscheiden. Der ruhelose Hollaender ja, der ist der richtige ! (1968)





obenAutoren: Projektgruppe Entartete Kunst, Waltraut Elle-Elbrechtz    Datum: 99 Letzte Änderung am 06. April 2000
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