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Reichsmusikkammer

Bild: Furtwängler und Richard Strauss bei der Gründung 1933


Musik wurde in das Nazi-Regime rechtlich, organisatorisch und ideologisch eingebunden. Sie war damit bestimmten Regeln und Vorschriften unterworfen, konnte sich also nicht mehr so frei entfallten wie bisher.

Im März/Juni 1933 wurde die sogenannte Reichskulturkammer eingerichtet, unter der auch die Reichsmusikkammer stand. Die Reichsmusikkammer förderte die Musiker, gleichzeitig kontrollierte sie sie auch. Die Nazi-Führung setzte auserlesene Führungspersönlichkeiten ein, die den Nazis nahestanden. Richard Strauss, Deutschlands größter lebender Komponist, wurde Vorsitzender und Furtwängler, die größte Autorität in der deutschen Musik, wurde sein Stellvertreter.


Als 1936 die Mitgliederliste geschlossen wurde, begann die Reichsmusikkammer die Musiker mit Hilfe des "Auswärtigen Amts" zu repräsentieren. Neben den einzelnen Musikern gab es noch das Nationalsozialistische Reichssymphonieorchester (NSRSO) und den Deutschen Sängerbund, dem fast 800.000 Mitglieder angehörten.

Die gesamte Musikentwicklung lag nun Goebbels Händen. Furtwängler schrieb, alarmiert von den Säuberungen und Drohungen gegen musikalische Normen, im April 1933, daß jeder die Möglichkeit haben muß, seine eigene Musik zu entwickeln und auszuleben; auch Juden band er darin ein. Dieses Schreiben führte 1934 zu seinem Rücktritt von allen Positionen. Musik diente dazu Deutschlands internationales Ansehen zu verbessern und wachsender Feindseligkeit aus dem Ausland entgegenzuwirken. Ausländische Musiker wurden eingeladen, während deutsche Künstler im Ausland auf Tournee gingen.



obenAutoren: Projektgruppe Entartete Kunst, Waltraut Elle-Elbrechtz    Datum: März 98  Letzte Änderung am 06. April 2000
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