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Die Swing-Kids

Ihr Schicksal Ihre Musik Ihre Mode

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Schicksal der Swing-Kids

Die Swing-Kids waren eine Form der jugendlichen Opposition.
Die hauptsächlich aus der Oberschicht stammenden Jugendlichen grenzten sich von der HJ-Jugend durch ihre Kleidung, Musik und ihrer Haltung gegenüber dem Ausland ab. Sie lasen ausländische Zeitungen, hörten anglo-amerikanische Musik und bildeten so eine klare Opposition zu den völkisch-rassischen Vorstellungen des
Nationalsozialismus. Die Swing-Kids kamen hauptsächlich aus der Oberschicht, weil diese bessere Kontakte ins Ausland hatten, der Lebensstil und das Hören ihrer Musik wurde aber auch später von der Arbeiterschicht versucht zu übernehmen. Die ärmeren Swing-Kids trafen sich aber in anderen Clubs. Die Swing-Kids wurden von der HJ und GESTAPO verfolgt und schon früh verhaftet (angebliche Schutzhaft, anti-deutsches Verhalten) und als lächerlich abgetan. In Ausnahmefällen wurden die Swing-Kids auch zum sofortigen Frontdienst herangezogen oder in Konzentrationslager gesteckt. All diese Strafen konnten die Swing-Kids zwar schwächen, aber nicht auslöschen.


 

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Die Musik der Swing- Kids

Die Musik, die in den 20er- und 30er-Jahren als Jazzmusik aus den USA, wo es schon längst eine beliebte Tanz-, Unterhaltungs- und Konzertmusik war, nach Deutschland kam, faszinierte mit ihrer Spontanität und mit ihrem elementaren Rhythmus, ihrer Freiheit in der Improvisation vor allem die Jugendlichen in Deutschland, die sich nicht in autoritäre Ketten legen lassen wollten. Bei ihnen bekam der Jazz, besonders der Swing, einen hohen Symbolwert, ganz ähnlich wie in den 50er-Jahren die Rockmusik.

Da eine ganze Reihe von Swingmusikern afro-amerikanischer oder jüdischer Abstammung waren, versuchte man den Jazz als "Kampfmittel des Judentums und des Amerikanismus" zu denunzieren. Nachdem 1930 ein erstes Jazzverbot erlassen wurde, war er ab dem Spätsommer 1933 auch in Jugendherbergen verboten, wonach 1935 der Reichssendeleiter ein "Verbot des Nigger-Jazz" im deutschen Rundfunk aussprach. Die Deutschen wollten zwar mit anderen Ländern Kultur- und Kunstaustausch betreiben. "Doch was", wie der Völkische Beobachter im Oktober 1935 schrieb, "zersetzend ist und die Grundlage unserer ganzen Kultur zerstört, das lehnen wir ab."


 

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Die Mode der Swing-Kids

Die Swing-Kids hatten eine eigentümliche Garderobe, um sich von der Hitlerjugend zu unterscheiden. Mit der Kleidung war auch eine gewisse Körperhaltung und Gangart verbunden. Sie gingen nämlich in kleinen, schwingenden Schritten und leicht vorn übergebeugt. So kam es, daß sich die Jungen die Haare bis über den Hemdkragen wachsen ließen. Außerdem trugen sie entweder zweireihige lange Jacketts mit großem Karomuster oder Mäntel aus feinem Flanellstoff. Zudem banden sie sich eine Krawatte mit einem möglichst kleinen Knoten um und trugen einen sogenannten Bowler- Hat.

Ein weiteres besonderes Merkmal war, daß sie immer Regenschirme bei sich hatten. Dabei war es egal, ob es regnete oder die Sonne schien, benutzt wurden die Schirme eigentlich nie. Auch die Mädchen trugen Hüte, die mit glatten runden Krempen ausgestattet waren. Unter den Hüten schauten ihre langwallenden Haare hervor. Genauso trugen sie gerne zweireihige Jacketts oder Anzüge aus grauem Flanell. Dazu waren vor allem teure Schuhe mit Kreppsohlen sehr beliebt. Viele dieser Mädchen trugen einen Faltenrock, hauchdünne reinseidene Strümpfe oder auch blauwollene Kniestrümpfe mit beigen Schuhen. Sie schminkten sich gerne und liebten besonders zyklamfarbenen Lippenstift. Weil die Jungen bei Sonnenschein Regenschirme und die Mädchen Hosen trugen, konnte es passieren, daß sie von der HJ-Dienststelle oder einer Polizeiwache festgehalten wurden.




obenAutoren: Projektgruppe Entartete Kunst, Waltraut Elle-Elbrechtz    Datum: März 98  Letzte Änderung am 06. April 2000
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