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Exposystem Johanneum zur EXPO 2000 Alphabetischer Index unten
Die Natur als Erfindung des Menschen
Natur und menschliches Handeln    Christen            

Protestantische Profile, ein Wettbewerb der evangelischen Kirche

9. Regenerative Energien Der alternative Weg?

Nach der Atomeuphorie der Politiker ist Tschernobyl 1986 ein historischer Einschnitt gewesen. Die Bundesregierung aus CDU, CSU und FDP hat weiterhin auf die Atomenergie gesetzt, während die SPD für den schrittweisen Ausstieg und die Grünen für die sofortige Stillegung aller KKW sind. Sollte es unter der neuen Bundesregierung zu einem Ausstieg kommen, könnte die alternative Energie wichtiger werden.

Von der Klimakatastrophe zum GAU ? - Probleme der gegenwärtigen Energiewirtschaft

Die heutigen Energieträger versorgen nur ein Fünftel der Menschheit mit der für ein "menschenwürdiges" Leben benötigten Energie. Allerdings bauen Indien und China eine Energieversorgung auf Kohlebasis auf. Eine öffentliche Stromversorgung nach westlichem Muster würde die Klimakatastrophe in ungeahntem Maß beschleunigen. (Um das zu verhindern , könnten wir die erneuerbaren Energien
in einem Industrieland mit dem nötigen Know-how und Kapital zur Marktreife bringen.Es heißt, dass Solarstrom, wenn er z. B. in Deutschland konkurrenzfähig wird, es auch weltweit ist.)
In der Bundesrepublik gibt es durch die gegenwärtige Energiewirtschaft noch einweiteres Problem: Der Zentralisierungsprozess hat sich im Bergbau und in der Zulieferindustrie ausgewirkt. In den "Energieländern" NRW und Saarland ist es zu Strukturkrisen gekommen.
Die Gefahren der Atomenergie sind/P>
- Verstrahlung der Landstriche, in denen Uran gewonnen wird,
- "Restrisiko" beim Betrieb der Atommeiler,
- ungelöste Entsorgung der radioaktiven Abfälle,
- ungelöste Entsorgung von Tschernobyl
- und Verbreitung von atomwaffenfähigem Brennstoff.

Die Rettung ? - Die mögliche Energiewende

Die Energiewende ist mit einer anderen Steuerpolitik möglich, z. B. mit dieser:
Die Energiepreise steigen 40 Jahre lang pro Jahr um 5%. Entsprechend sinken die Lohnnebenkosten. Insgesamt müssten wir so nicht mehr Steuern zahlen. Aber die Unternehmer hätten mehr Geld zum Investieren, so dass neue Arbeitsplätze entstünden.
2050 kann der gesamte Energiebedarf mit erneuerbaren Quellen gespeist werden:
- 50% direkte Solarenergie, das heißt: solarer Wasserstoff, Solarzellen, Solarstrom
- und Solarwärme,
- 25% Biomasse aus Schilfgras und Biogas aus landwirtschaftlichen Abfällen,
- 15% Windenergie und
- 10% Wasserkraft.

Energie "vegetarisch" - Biomasse

Es gibt unterschiedliche nachwachsende Rohstoffe. Allerdings hält es das
Umweltbundesamt für zu teuer und ökologisch unvertretbar aus Zuckerrohr undRaps Energie zu gewinnen. C4-Pflanzen produzieren hingegen viel Biomasse.
Die C4-Schilfpflanzen erreichen in der Bundesrepublik eine Höhe zwischen 4 und 6 m. Nach 4-5 Jahren kann der Durchmesser einer Staude bis zu 1 m betragen.Pflanzen, die Ähnlichkeit mit Chinaschilf haben, wachsen von Ende April bis Ende Oktober. Die Blätter sterben im Spätherbst ab und fallen im Winter zu Boden. Im Februar wird die
Lignocellulose in den Stengeln geerntet und steht als Biomasse zur Verfügung. Der Wiederaustrieb fängt von selbst im April / Mai an.

An der Nordseeküste - Wasserkraft

Die Sonne verdampft Wasser, das dann als Niederschlag zur Erde fällt. Darauf beruhen normalerweise Wasserkraftwerke. Man kann in Stauseen gespeichertes Wasser durch Turbinen leiten oder an Flüssen und Strömen Turbinen errichten. Mit diesen Turbinen kann über einen Generator elektrische Energie erzeugt werden. Die Ursache dieser unerschöpflichen Energiequelle ist ein natürlicher Wasserkreislauf. Es werden keine Schadstoffe erzeugt. Aufgrund der hohen Lebensdauer der Anlagen und der geringen Personalkosten ist die Wasserkraftnutzung sehr wirtschaftlich. Allerdings gibt es bei der Standortwahl von Stauseen Probleme mit dem Landschaftsschutz. Außerdem wirken sich Großprojekte wie der Assuanstaudamm in Ägypten negativ auf den Natur- und Wasserhaushalt aus. Kleine Wasserkraftwerke sind hingegen landschaftsschonend.

Ein Platz an der Sonne Solarenergie

chsolark.jpg 300x178 Eine Solarzelle nutzt die Sonnenenergie, indem sie die Lichtenergie unmittelbar in elektrische Energie umwandelt. Sie besteht aus
- einem Kontaktgitter,
- einer p-Zone,
- einer n-Zone
- und einem Metallkontakt.
An der Grenzfläche zwischen p- und n-leitender Zone tritt eine Sperrschicht auf. Das einfallende Licht löst dort Elektronen aus ihrer Bindung. Diese hinterlassen Löcher, die wie positive Ladungsträger wirken. Die Elektronen bewegen sich zur n-Zone, während die Löcher in die p-Zone getrieben werden. Die Ladungsträger, die vom Licht laufend freigesetzt werden, erzeugen eine Spannung.
Solarkollektoren erzeugen hingegen Wärme und eignen sich somit z. B. zur Warmwasserbereitung.
Allerdings ist das Speicherproblem der Solarenergie zum Teil noch ungelöst. Hier zeigt ein Energiemix den Ausweg. Biomasse kann z. B. für den Einsatz im Winter aufbewahrt werden.

Blowin` In The Wind Windenergie

Windräder können die Windenergie nur bei einer Windmindestgeschwindigkeit nutzen. Bei Schnelläufern beträgt sie 4-5 m / s, bei der Amerikanischen Windmühle ist sie niedriger.
Ein Windrad muss sturmsicher sein. Die einfachste Sturmsicherung ist die Flügel bei bestimmten Windgeschwindigkeiten so zu stellen, dass keine nennenswerten Auftriebskräfte mehr an ihnen entstehen. Der Nachteil dieser Methode besteht darin, dass gerade hohe Energieangebote nicht genutzt werden.
Das kann allerdings mit einem Kinetothem vermieden werden. Es ist eine hydraulische Bremse, die an das Windrad angeschlossen wird und mechanische Rotationsenergie direkt in Wärme umwandelt.
windmuek.jpg 257x400

 

 

Fossile Energien

Atom

Sonne

Wind

Wasser

Bio -masse

Unbegrenzt

Verfügbar

nein

nein

ja

ja

ja

ja

Reduziert

CO2

nein

ja

ja

ja

ja

ja

Landschafts-schonend

nein

nein

ja

ja

ja 2)

ja

Risikolos

nein

nein

ja

ja

ja 2)

ja

Reduziert internationale Konflikte

nein

nein

ja

ja

ja 2)

ja

Neue Arbeitsplätze

nein

ja

ja

ja

ja

ja

Energieauto-nomie wird

Erhöht

nein

ja 3)

nein 4)

ja

ja

ja

ja

2 = bei Kleinkraftwerken

3 = für Industrieländer

4 = für Entwicklungsländer

 

Die >>Solar Energy Group on Environment and Development<< der UN errechnet und prognostiziert die Preisentwicklung für einzelne solare Kraftwerke in Pfennigen so :

 

 

1980

1988

2000

2030

Photovoltaik

510

45

15

6

Windkraft

48

12

8

5



obenAutoren: Jg. 13 (Abi 2000), Lehrerin Karin Aulike   Datum: September  99. Letzte Änderung am 03. April 2000
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