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Die Natur als Erfindung des Menschen
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Protestantische Profile, ein Wettbewerb der evangelischen Kirche

Didaktisch-methodische Vorüberlegungen

Zu Beginn des Schuljahres 1998/99 schrieben die evangelischen Landeskirchen einen Schülerwettbewerb unter dem Motto "Protestantische Profile in Niedersachsen" aus. Der Wettbewerb sollte Schüler und Schülerinnen anregen, sich Gedanken über das gesellschaftliche Engagement von Christen zu machen. Protestantisches Profil war dabei in zweierlei Hinsicht zu verstehen:
Entscheidend war die theologische Auseinandersetzung mit der christlichen Begründung des politischen, sozialen und kulturellen Einsatzes, um von dort aus die Perspektiven eines künftigen Engagements von Christen in der Welt zu entwickeln.
Dieser Ansatz findet seine Anbindung in den Rahmenrichtlinien für das Gymnasium, wenn dort unter Punkt 5 folgende Leitlinien für die Kursstufe genannt werden:
Für mich als Kurslehrerin bot sich die Chance, einen anderen, am konkreten gesellschaftlichen Ort sich orientierenden Religionsunterricht zu gestalten.

Das Thema "Als Christ zwischen Widerstand und Anpassung - Die Familie von Bernstorff und die atomare Endlagerung in Gorleben" war schnell gefunden: die Auswirkungen des Streites um die atomare Endlagerung und die Castortransporte berühren auch Lüneburg durch die Nähe zum Wendland.

Am Engagement der Familie von Bernstorff wurde sehr schnell deutlich, daß eine umfassende und neutrale Beurteilung nicht möglich war, ohne die anderen beteiligten gesellschaftlichen Gruppen zu berücksichtigen.

Gespräche mit der Bürgerinitiative, den Pastoren und ihrem Deeskalationskonzept, Vertretern der Polizei und der Presse rundeten das Bild ab.

Meine Mitgliedschaft in der Landessynode der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers half mir, zu jedem Thema Referenten zu gewinnen. Diese, für den Religionsunterricht eher seltene, Möglichkeit wechselten mit Phasen, in denen wir uns theoretisch mit den theologischen Grundlagen auseinandersetzten: z.B. Kirche - Staat - Demokratie; Kirche und Öffentlichkeit; Widerstand - Gewalt - Gewaltlosigkeit.

Die Ergebnisse dieser Auseinandersetzung sind nicht im einzelnen dokumentiert, haben der Arbeit der Gruppen aber ein besonderes Profil gegeben.

Für die Schüler und Schülerinnen gestaltete sich die Arbeit von einem ersten, vorsichtigen: "Wenn Sie wollen, daß wir da mitmachen, dann können wir es ja versuchen!" bis hin zum: "Prima, das wurde ja immer spannender und war endlich einmal ein anderer Religionsunterricht!"



obenAutoren: Jg. 13 (Abi 2000), Lehrerin Karin Aulike   Datum: September  99. Letzte Änderung am 03. April 2000
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