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Protestantische Profile, ein Wettbewerb der evangelischen Kirche

Johann Hartwig von Bernstorff - ein einflussreicher Diplomat

Im 18. Jahrhundert trat Johann Hartwig von Bernstorff in den Dienst des dänischen Königs und wurde bald dänischer Premierminister. Da ihm jede Form von Krieg zuwider war, feilschte er mit Erfolg mit den Königen anderer Länder um Besitztümer oder ähnliches. Dänemark erlebte unter seiner Regierung eine Zeit der Blüte.
Als dänischer Gesandter in Paris kam er mit bedeutenden Künstlern und Philosophen und deren Ideen in Kontakt. So hörte er beispielsweise Lesungen von Montesquieu und Voltaires Ideen der Gewaltenteilung. Er wollte die Gedanken der Aufklärung und des französischen Geistes auch in Dänemark ansiedeln und gleichzeitig eine Revolution verhindern. Er machte einen ersten Schritt zur Befreiung der Bauern. Als Paradebeispiel hob er die Frondienste seiner eigenen Bauern auf, da die Bauern aber kein eigenes Land besaßen, war dieser gutgemeinte Schritt von wenig Nutzen.
Obwohl Johann Hartwig von Bernstorff durch seinen luxuriösen Lebensstil gegen das Familienstatut verstieß, wurde ihm immer wieder verziehen.

Andreas Peter von Bernstorff - ein fortschrittlicher Denker

Andreas Peter von Bernstorff, ein Neffe von Johann Hartwig, führte die Gedanken seines Onkels fort. Um die Bauern vollständig zu befreien, gab er ihnen Grund und Boden. Die Wirtschaft blühte und die Bernstorffs ernteten viel Ruhm. Diese fortschrittlichen Ideen gelangten von Dänemark auch nach Deutschland. Andreas Peter hielt es für seine Pflicht, seine Untertanen glücklich zu machen: er ließ Hospitale und Schulen bauen, auf die er besonderen Wert legte, obwohl die allgemeine Schulpflicht lange noch nicht eingeführt war.
Die neuen und unerhörten Ideen und Gedanken Andreas Peters von Bernstorffs erregten großes Aufsehen in anderen adligen Familien und Fürstenhäusern.
Wie alle Bernstorffs war auch Andreas Peter sehr naturverbunden und kunstliebend. Zum Freundeskreis der Familie zählten viele Künstler z. B. der Dichter Klopstock und sogar Friedrich Schiller, der Andreas Peter von Bernstorff nach seinem Tode als ehrenwerten und freimütigen Geist lobte.
Andreas Peter von Bernstorff sah trotz seiner Königstreue die französische Republik als wahre Menschheitsdemokratie an und hielt sie für den ersten Baustein eines neuen Europas. Die Forderung nach Gleichheit lehnte er allerdings ab, da von Natur aus nicht jeder gleich ist.

Albrecht von Bernstorff - Opfer der NS-Zeit

Wie viele seiner Vorfahren war auch Albrecht von Bernstorff Diplomat. Bis 1934 war er Botschaftsrat in London; als Hitler in Deutschland die Macht ergriff, quittierte er jedoch seinen Dienst, da er mit den Nazis nicht kooperieren wollte. Da er sehr hoch angesehen war, wurde er sogar vom englischen Premierminister empfangen.
Anschließend arbeitete er in dem jüdischen Bankhaus Wassermann in Berlin, was ihn ebenso verdächtig machte, wie seine zahlreichen regimekritischen Äußerungen in der Öffentlichkeit. Nach der Reichskristallnacht half Albrecht von Bernstorff zahlreichen Juden, teilweise durch Unterbringung in seiner Wohnung. Unter diesen Juden war u. a. auch die Witwe des Malers Max Liebermann. Albrecht von Bernstorff wurde mehrmals verhaftet und gefoltert. Ab 1943 saß er in Berlin im Gefängnis, wo er 1945 einige Tage vor der Befreiung erschossen wurde, da er bis zum letzten Augenblick aufrecht und standhaft auf seiner Meinung beharrte.
Nach dem Krieg pflegte Albrechts Schwester als Diakonisse den Nazi Freisler, der das Todesurteil ihres Bruders unterzeichnet hatte.



obenAutoren: Jg. 13 (Abi 2000), Lehrerin Karin Aulike   Datum: September  99. Letzte Änderung am 03. April 2000
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