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Protestantische Profile, ein Wettbewerb der evangelischen Kirche

Die Salinas Salzgut GmbH

Vor rund 20 Jahren glaubten die Politiker einen Weg, um den produzierten Atommüll zu entsorgen, gefunden zu haben. Das geeignete Endlager sollte in Gorleben entstehen. Dort wollten sie den unterirdischen Salzstock als Endlager verwenden. Der größte Teil des Salzstocks, auf einer Fläche von rund 60.000 mē, ist schon seit Jahrhunderten im Familienbesitz der Bernstorffs. Die Familie von Bernstorff, überzeugte Atomkraftgegner, erklärten sich nicht bereit, das Land und die damit verbundenen Salzrechte zu verkaufen, als die Betreiber der Atomanlagen es für eine sehr hohe Geldsumme kaufen wollten. Dies erschwerte den Betreibern die fragwürdigen Erkundungen des Salzstocks. Die Kosten für die Erforschung des Salzstocks werden bis zur Jahrtausendwende rund 2,5 Milliarden D-Mark betragen.

Es gibt Untersuchungsergebnisse, die belegen, dass der Salzstock nicht geeignet ist und Kontakt zum Grundwasser hat. Sobald der Salzstock mit dem eingelagerten Atommüll mit Grundwasser in Berührung kommt, besteht die Gefahr, dass sich das Salz löst und Laugen entstehen. Diese könnten die Castorbehälter zum Rosten bringen, so dass radioaktive Strahlung austreten kann. Der Staat aber will die Gefahren nicht einsehen und sucht nach Beweisen, die den Salzstock als geeignetes Atommülllager bestätigen sollen. Dies hat zur Folge, dass den Politikern, wegen der sehr hohen Erkundungskosten, keine andere Möglichkeit bleiben wird, als das Atommülllager zu genehmigen.
Außerdem versuchte der Staat, um so auch an Teile des Salzstocks heranzukommen, die Familie von Bernstorff besitzt, diese zu enteignen. Die Zwangsenteignung hat er damit begründet, dass die Nutzung des Salzstocks für ein Atommülllager im öffentlichen Interesse stehe.
Von diesen Argumentationen des Staates ließen sich eine Gruppe von Atomkraftgegnern nicht einschüchtern und gingen über zum Gegenzug. Im August 1996 wurde die Salinas Salzgut GmbH gegründet. Sie schlossen mit der Familie von Bernstorff einen Pachtvertrag ab, um eine Bohrung niederbringen zu können und das Salz wirtschaftlich nutzen zu können.
Dem Besitzer des Salzstocks steht es zu, sein Salz zu fördern und zu vermarkten und laut Bergrecht heißt es, dass der Abbau von Bodenschätzen Vorrang vor jeder anderen Nutzung habe, also bedeutet es Wirtschaft vor Wissenschaft.
Der Staat gab aber nicht nach und versuchte die Salinas juristisch zu Fall zu bringen, nachdem die Genehmigungsanträge für die Nutzung des Salzstocks im Dezember 1996 in Celle eingereicht wurden. Im April 1998 wurde vom Bergamt in Celle die erste Rahmenbetriebsplangenehmigung erteilt, doch dies konnte Salinas nicht akzeptieren. Celle verlangte ein Gutachten, das den Beweis beinhalte, dass Salinas den Betrieb des Atommülllagers nicht gefährden würde. Dies zu verwirklichen ist für Salinas unmöglich, was auch die Politiker wissen. Wie sollen sie ein Gutachten erstellen, wenn nicht einmal die Erkundungsarbeiten des Betreibers für Atommüll abgeschlossen sind. So hoffen die Politiker, die Salinas so in den Bankrott zu treiben, um dann der Familie von Bernstorff das Land wegzunehmen. Doch die Salinas und die Bernstorffs werden nicht aufgeben, zumal sie durch die geleistete Öffentlichkeitsarbeit schon recht bekannt geworden sind.
Die Öffentlichkeitsarbeit besteht darin, indem sie bereits gekauftes Salz aus anderen Lagerstätten, aber mit ihrem Namen versehen, verkaufen. Denn die Salinas Salzgut GmbH wollen und können nicht warten bis der Salzabbau in Gorleben genehmigt wird. Hiermit wollen sie den Politikern zeigen, dass das Salz wirtschaftliche Gewinne bringt. Sie können auch nicht warten, bis die Bohrgenehmigung durchkommt, denn bis dahin wäre das auch finanziell nicht möglich, weil die laufenden Prozesse hohe Kosten verursachen, die auf die Dauer zum finanziellen Ruin führen.
Ihr Hauptkapital, ohne schon dafür geworben zu haben, bezieht die Salinas zuerst noch aus dem Verkauf von Anteilscheinen zu 500,-DM. Wer Salinas unterstützen möchte, muss nicht gleich einen Anteilschein oder einen Claim kaufen.
Ein Claim hat einen Wert von 50,-DM. Mit dieser Claim-Urkunde erwirbt man sich für ein Jahr ein Anrecht auf 25mē Land über dem Salzstock. Dieses Land kann in der Freizeit zu Erholung dienen.
Es reicht schon alleine, wenn man ein Säckchen von dem Salz kauft. Der Verbraucher kann von einer guten Qualität dieses Naturproduktes ausgehen. Salinas achtet sehr darauf, dass ihr Salz auf eine natürliche Art und Weise hergestellt wird, frei von chemischen Zusätzen.

Schlussteil

Wir persönlich fanden die Geschichte der Familie und ihr heutiges Engagement sehr beeindruckend. Die intensive Auseinandersetzung mit der Familie war eine sehr interessante und aufschlussreiche Arbeit. Auch die Referate der unterschiedlichen Interessensgruppen haben uns sehr gut gefallen. Insgesamt würden wir das Projekt als sehr gelungen ansehen, da wir dadurch eine neue Art von Religionsunterricht kennenlernten.



obenAutoren: Jg. 13 (Abi 2000), Lehrerin Karin Aulike   Datum: September  99. Letzte Änderung am 03. April 2000
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