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Protestantische Profile, ein Wettbewerb der evangelischen Kirche

LZ 4./5.12.99
Junge Ideen für die Kirche

Lüneburger Schüler holen Preise

kah Lüneburg.
Was die Love-Parade und die Kirche gemeinsam haben? "Bei beiden kannst du dich fallen lassen und wirst aufgefangen", das meint zumindest Sebastian Kemmler (20). Der Unterschied: Zur Love-Parade pilgern mehr als eine Million junger Menschen, in Kirchen sind Jugendliche rar. Die Erklärung des Lüneburgers dafür: "Die Kirche schreckt Jugendliche ab, da ihre Traditionen veraltet sind. Die Jugend zieht den Techno-Rausch vor." Was der Kirche fehle, seien neue Ideen. "Und der Blick für das, was junge Leute wirklich interessiert." Denkanstöße hat er parat - auf 17 Seiten.
Mit dem Beitrag "Die Christen in der Techno-Gesellschaft" holte sich der ehemalige Herderschüler den 2. Platz beim Schülerwettbewerb "Protestantische Profile in Niedersachsen" der Konföderation evangelischer Kirchen. Bei der Siegerehrung in Hannover dabei war auch der Religionskurs des 13. Jahrgangs am Johanneum. Mit dem Thema "Als Christ zwischen Anpassung und Widerstand - Die Familie Bernstorff und die atomare Endlagerung in Gorleben" erarbeiteten sich die Schüler den 3. Platz.
Preisträger Sebastian Kemmler hat selbst ausprobiert, wie sich die Kirche Jugendlichen nähern kann und hat '97 in Lüneburg eine Jugendgruppe gegründet: "Jesus Propaganda Maschine". Für die Kirche hat er Tipps aus erster Hand: "Damit Jugendliche kommen, musst du einen für sie akzeptablen Rahmen schaffen. Ich fand ein verlassenes Fabtikgebäude als Treff." Und: "Die Pastoren und Diakone kommen aus einer anderen Generation, Jüngere müssen her." Diskutiert werden sollen aktuelle Themen. "Zum Beispiel haben wir uns mit dem Unglück in Eschede auseinandergesetzt. Wir stellten uns die Frage, warum Gott Unglück und Unrecht zulässt. Das ist realitätsnah." Ein anderes Thema: Okkultismus - "der war gerade Mode in einer Klasse."
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Aktuell auch das Thema, das den Kurs des Johanneum fesselte, nach einem Interview mit Anna Gräfin von Bernstorff. "Die Familie weigerte sich, ihr Land für die Endlagerung von Atommüll zu verkaufen", sagt Eike Meyer (18). Um die heutige politische Einstellung der Familie in Bezug aufs Zwischenlager zu verstehen, beschäftigen sich die Schüler mit der Familiengeschichte: "Hauptgrund ist ein Familienstatut von 1720 der von Bernstorffs. Darin ist festgelegt, dass der Erbe des Besitzes Verantwortung für die Familie, die kommenden Generationen und vor Gott trägt." Eine Fahrt ins Wendland, Gespräche mit Polizei, Atomkraftgegnern und Pastoren gaben den Schülern zudem einen Einblick in die Konflikte ums geplante Endlager.



obenAutoren: Jg. 13 (Abi 2000), Lehrerin Karin Aulike   Datum: September  99. Letzte Änderung am 03. April 2000
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