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Gorleben 2000:   Widerstand

Die ersten Jahre 1977 bis 1988

Nachdem am 22.Februar 1977 Gorleben als Standort für eine Wiederaufbereitungsanlage (WAA) durch den niedersächsischen Ministerpräsidenten Albrecht bestimmt wurde, fand am 12.März eine Großkundgebung mit ca. 20.000 Teilnehmern in Gorleben statt.

Im Sommer wurden die Waldbrandflächen, auf denen die DWK (Deutsche Gesellschaft zur Wiederaufbereitung von Kernbrennstoffen) die Anlage errichten will, wieder aufgeforstet.

Es erscheint im Herbst zum ersten Mal der Aufruf "Gorleben Soll Leben".

Um der DWK beim Grundstückskauf zuvorzukommen, werden von der Bürgerinitiative (BI) Lüchow-Dannenberg 1978 innerhalb von fünf Tagen 800.000DM gesammelt. Schließlich verkaufte der Eigentümer doch an die DWK.

Am 14.März 1979 begannen die Bohrungen zur Untersuchung des Untergrundes. Die Bohrfahrzeuge wurden in ihrem Depot blockiert. In der Zeit vom 25.-31.März gab es eine Treck nach Hannover, wo zeitgleich das "Internationale Gorleben-Symposium" stattfand.

Ministerpräsident Albrecht lehnte den Bau einer WAA in Gorleben ab, hielt aber an der Errichtung eines Endlagers fest.

Anfang 1980 beganneb die ersten Tiefbohrungen, und man errichtete einen zweiten Tiefbohrplatz ein.

Nach einmonatiger Besetzung der Bohrstelle wurde diese am 4.Juli gewaltsam geräumt.

Am 4.September 1982 gab es eine Großkundgebung am Zwischenlager mit 10.000 Teilnehmern, in deren Verlauf es Militante Auseinandersetzungen gab.

Leute aus dem Wendland veranstalteten einen Fußmarsch und protestierten in Hannover.

12.000 Menschen bildeten am 24.März 1984 eine Menschenkette, die von Hitzacker bis Clenze reichte. Für zwölf Stunden wurden am 30.April alle wichtigen Zufahrtsstraßen nach Gorleben gesperrt (Wendlandblockade). Die ersten Fässer mit Atommüll kamen am 8.Oktober in Gorleben an. Sie wurden von Protesten und Barrikaden begleitet.

Im November 1986 erhob die Staatsanwaltschaft Lüneburg Anklage gegen drei AKW-Gegner aus dem Wendland wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung.

Vierzig Trecker und 1.000 Demonstranten protestierten in Gorleben gegen den geplanten Bau der PKA am 29.März 1987.

Am 12.Mai ereignete sich in Schacht 1 in Gorleben ein Unfall. Ein Stahlring brach und stürzte auf sechs Arbeiter. Es gab fünf Schwerverletzte und einen Toten. Darauf besetzten zwanzig Atomkraftgegner das Bergamt Celle. Die Besetzer fanden Unterlagen, die belegten, daß der Unfall im Schacht durch Fahrlässigkeit zustande kam. Anschließend erstattete die BI Strafanzeige. Die daraus resultierenden staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen führten zum Baustop für eineinhalb Jahre.

Am 21./22.Januar 1988 blockierten siebzig Bauern mit ihren Treckern für zwei Tage das Zwischenlager. Die Fässer mit dem Atommüll sollten abtransprotiert und das Lager geschlossen werden.

Undine von Blottnitz, Grüne- Europaabgeordnete, hatte am 13.Juni eine Privataudienz beim Papst. Er lehnte es jedoch ab, zur nächsten Demonstration zu kommen.

Mitte Oktober gelangte die erste kalte, leere Castor fast unbemerkt nach Gorleben. Durch die Klage von nah Graf von Bernstorff wurde ein gerichtlicher Baustop des Endlagerberkwerks verhängt. Nach einigen Monaten wurde der Bau wieder aufgenommen.



oben Autoren: Klasse 11-1 und Alfred Blohm, Web: Kai Lahmann Datum: Mai 98 Letzte Änderung am 25. März 2000
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