Archiv: Diese Seiten werden nicht mehr bearbeitet! 25.05.1998

Castor-Protest in Gorleben

Bonn FDP-Chef Wolfgang Gerhardt sagte: Vorstände von Elektrizitatsversorgern, die gegen die besondere Sorgfaltspfllcht in der Atomindustrie verstoßen hatten müßten gehen. FDP Generalsekretär Guido Westerwelle verlangte die Prüfung strafrechtlicher Konsequenzen gegen die Betreiber. Falls Ministerin Merkel Informationen zurückgehalten habe müsse die FDP auch über personelle Konsequenzen im Umweltministerium sprechen. Der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion Peter Struck forderte den Bundeskanzler auf, entweder Konsequenzen in der Industrie zu fordern oder die Ministerin fallenzulassen. SPD Chef Oskar Lafontaine sagte, sollte sich herausstellen daß die Regierung schon früher als behauptet informiert gewesen sei bleibe nur der Rücktritt der Ministerin Am Sonnabend erstattete auch die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow Dannenberg Strafanzeige gegen Atomkraftwerks Betreiber die Transportunternehmen und das Bundesamt für Strahlenschutz wegen fahrlässiger Freisetzung ionisierender Strahlung Bereits am Freitag hatte der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz das Bundesamt für Strahlenschutz angezeigt Am atomaren Zwischenlager in Gorleben demonstrierten am Sonnabend etwa 500 Atomkraftgegner friedlich gegen die Castor-Transporte. Die Kernkraftwerksbetreiber schlossen eine Gefährdung von Menschen und Umwelt durch die erhöhte Strahlung aus. Die gemessene Strahlung habe unter der natürlichen gelegen, zudem seien die Castoren durch Hauben und Auffangbecken abgeschirmt. Dagegen meinten Experten daß Begleitpersonal bei den Pannen radioaktiv verstrahlt worden sein könnten. Nach Angaben des umweltpolitischen Sprechers der SPD-Bundestagsfraktion, Michael Müller sind auch an Abdeckungen hohe Strahlenwerte festgestellt worden