Archiv: Diese Seiten werden nicht mehr bearbeitet! 29.05.1998

Hannover stoppt Endlager Konrad

dpa Hamburg Die Affäre um die verstrahlten Atommulltransporte hat jetzt auch Konsequenzen für die Genehmigung geplanter Atommüllager. Niedersachsen stoppte gestern das kurz vor dem Abschluß stehende Planfeststellungsverfahren für das atomare Endlager Schacht Konrad bei Salzgitter Landesumweltminister Wolfgang Jüttner (SPD) begründete die Unterbrechung des seit 1982 laufenden Verfahrens mit dem ungeklärten Risiko bei Atomtransporten Bundesumweltministerin Angela Merkel (CDU) sprach von einer "politischen Provokation" und forderte, das Verfahren unverzüglich abzuschließen. Das niedersächsische Vorgehen sei in der Sache völlig inakzeptabel". Die Grünen im Bundestag warnten Merkel davor mit einer Weisung gegen die Entscheidung Juttners vorzugehen Zu dem am Dienstag von Merkel angesetzten Gespräch der Umweltminister will Jüttner nicht kommen Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) geht davon aus, daß Castor-Transporte auf lange Zeit nicht durchsetzbar sein werden Ein entsprechender Auftrag an die Polizei sei wegen der zu erwartenden Proteste schlicht nicht durchführbar sagte GdP-Chef Hermann Lutz in Frankfurt (Main) Die Beamten wurden in einen Bürgerkrieg geschickt Das könnte sich kein Innenminister leisten. Merkel sagte die Transporte nach Frankreich bei denen überhöhte Strahlenwerte gemessen wurden seien bisher von der normalen Polizei überhaupt nicht geschützt worden Die von Polizeieinsätzen begleiteten Castor-Transporte nach Gorleben und Ahaus seien nicht von Verunreinigungen betroffen gewesen