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Die Natur als Erfindung des Menschen
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Geschichte des Nationalparkgedankens

Bis zur Jahrhundertwende gab es in Deutschland keinen im heutigen Sinne tätigen Naturschutz; es wurden lediglich einzelne Naturdenkmäler, z.B. besondere, einzelnstehende Bäume unter Schutz gestellt. So verschwand die Heidelandschaft, die seit der Bronzezeit vorhanden war und während mehrere Jahrhunderte sehr weite Teile des nordwestlichen Mitteleuropa eingenommen hatte, innerhalb weniger Jahrzehnte, als Folge bäuerliche Wirtschaftsweise (Holzentnahme, Viehverbiß, Humusentnahme zur Ackerdüngung, und im 18. Jahrhundert verbesserte Landbautechnik, Einführung des Mineraldüngers, usw). Heidemaler und -dichter trugen wesentlich dazu bei, daß die Landschaft im Bewußtsein der Bevölkerung neu bewertet und seit Beginn unseres Jahrhunderts zum bevorzugtem Ausflugsort wurde. Ca. 1906 begann der Ausverkauf der Landwirtschaft; reicher Städter kauften ganze Höfe und bauten ihre Landhäuser. Die zu dieser Zeit in vielen Staaten der Erde entstehenden Nationalparks (großräumige, vom Menschen unbeeinflußte Regionen) führten dann auch in Deutschland zur Gründung der ersten Initiativen, die sich die großflächige Unterschutzstellung ganzer Landschaften zum Ziel setzten. Da im stark bevölkertem Mitteleuropa kaum noch Gebiete existierten, die im Sinne eines Nationalparks ihren ursprünglichen, von Menschen unbeeinflußten Charakter erhalten hatten, suchte man einen anderen Begriff für die schätzenswerten Landschaften.

Aus der Bewegung zur Wahrung großflächiger Naturschutzgebiete entstand der Verein Naturschutzpark. 1935 wurde der Begriff Naturschutzpark wegen seiner Wortverwandschaft zum großflächigen Nationalpark nicht aufgenommen.

Nach dem 2. Weltkrieg endete sich der Inhalt des Naturschutzparkgedankens. Im Vordergrund standen jetzt nicht mehr Schutz der Tier- und Pflanzenwelt, sondern die Schaffung weiträumige Erholungslandschaften, die allein Kreisen der Bevölkerung offen standen. Auch wissenschaftliche Erkentnisse fanden zu wenig Berücksichtigung. Wirtschaftlich benachteiligte Regionen sollen durch den Aufbau des Tourismus gefördert werden. Allerdings entwickelte sich ein Massentourismus mit vielen negativen Folgen, wie z.B. dem Aussterben viele seltener Tiere. In den Mooren gingen Entwässerungen vermindert weiter. Seit Mitte der 70er Jahre folgten Restaurierung- und Wiedervermessungsarbeiten an den Mooren. Seit Mitte Der 80er Jahren entstand naturschutzorientierte Konzepte zur Pflege der Flächen und zur Entwicklung der Fließwässer. Heute haben sich Anspruch und Zielsetzung viele damals gegründeter Naturparks erweitert: Ausweisung von Ruhezonen für die Tier- und Pflanzenwelt und die Beachtung von Naturschutzgesichtspunkten bei den Angeboten für den Tourismus gewinnen an Bedeutung.

 

Die Bedeutung für den Naturschutz

Die Naturschutzflächen sind eine wichtige Grundlage für Pflanzen, Tiere und Menschen. Seltene Pflanzenformationen, wie z.B. Magerrasen und Lehmheiden, haben eine hervorragende Bedeutung für bedrohte und seltene Tierarten. Das Ziel ist es, die ganze Vielfalt dieser Pflanzen und Tieren zu sichern.

Probleme:

Seit Beginn der Industrialisierung im verstärktem Maße, aber erst seit dem Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg werden in noch steigenden Mengen die Fossilien Brennstoffe: Kohle, Öl und Gas in Kraftwerken, Großindustrie, Straßenverkehr und bei der Heizung von Wohnhäusern verfeuert. Beim Verbrennen wird Schwefeldioxid freigesetzt, das mit Luftfeutigkeit zu schwefeliger Säure reagiert. Er versauert den Boden, die Moorflächen und den Wald (Waldsterben).

Elbtal:

Diese Auswirkungen ergeben sich auch für das Wasser. Die zunehmende Verschmutzung macht den Elbfisch, der auch mit Schwermetallen belastet ist, ungenießbar. Der Fluß ist zu einem dahinfließenden Strom, der jeglichen Freizeitwert für die Menschen verloren hat. Mit dem Fall der Mauer ist die Anlag von Klärgruben im Gebiet der ehemaligen DDR verstärkt worden. Auch im Quellbereich der Elbe ist die ISR zu Umweltmaßnahmen seit 1989 übergegangen. Nachdem jedoch ein Umdenken im Umweltschutz stattgefunden hat, ist die Verschmutzung und Belastung mit Giftstoffen zurückgegangen. Mit der Errichtung des Nationalparks Elbtalaue wollen die Politiker in Gemeinschaftsarbeit mit den Naturschutzbehörden ein Zeichen setzen, diesen Mitteleuropäischen Fluß in seine r Ursprünglichkeit zu erhalten oder dort, wo der Mensch regulierend eingegriffen hat, diesen Schaden zu beheben oder zu begrenzen.



oben Gisela Müller, Flora, Magdalena, Ramona, Nadine, Olga Datum: Juni 99. Letzte Änderung am 16. April 2000
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