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Die Natur als Erfindung des Menschen
Naturwissenschaften   Lernen an Stationen

Lernen an Stationen: Salze und Elektromagnetismus

1. Vorbemerkungen

1.1 Stand der Diskussion 1.2 Erwünschte Effekte der Arbeit an Stationen 1.3 Vorgeschichte der Klassen 1.4 Literatur

1.1 Stand der Diskussion

Der Unterricht in Chemie oder Physik ist unbeliebt geworden. Internationale Studien sagen darüber hinaus aus, dass es um seine Wirksamkeit nicht gut bestellt ist.

Vielfältig ist nach Ursachen gesucht worden; wir stellen ohne Anspruch auf Vollständigkeit einige Aspekte zusammen, die uns weiterführend scheinen. Zunächst hat die Schule in einer Medienwelt ihre ehemals wichtige Rolle als Informations–Monopolist verloren; mit den Angeboten der Medien im naturwissenschaftlichen Unterricht konkurrieren zu wollen, ist aussichtslos, wenn man deren Methoden kopiert. Sinnvoller scheint uns, in der Schule genau das zu tun, was die Schule besser als andere kann. Neben der genauen und sorgfältigen Argumentation in einer Gruppe kann das hypothesengeleitete Experimentieren mit enger Verzahnung von Experiment und Diskussion sein und, möglicherweise noch wichtiger, die aktive Arbeit an selbst ausgeführten Experimenten, möglichst in kleinen Gruppen. Dabei kommt es darauf an, die Fähigkeit zu selbstgesteuertem Arbeiten und Lernen und zur Selbstkritik zu fördern. Im Modul 9 des BLK – Modellversuches ”Steigerung der Effizienz des mathematisch – naturwissenschaftlichen Unterrichts” (http://blk.mat.uni-bayreuth.de/blk) heißt es dazu:

”wir können immer weniger davon ausgehen, dass in der Schule die notwendige Bildung ... gewissermaßen auf Vorrat – erworben wird. ... Man muss wissen .. wie man lernt, und man muss motiviert sein, umzulernen..”

Unstrittig scheint nach Ergebnissen der fachdidaktischen Forschung zu sein, dass zu einer Erhöhung der Akzeptanz und des Erfolges des naturwissenschaftlichen Unterrichts folgende Aspekte entscheidend beitragen (Liste nach abnehmender Effektstärke):

Zu beachten ist allerdings (nach BLK – Modul 9): ”Positive Ergebnisse im Sinne einer schrittweisen Übernahme von Verantwortung für das eigene Lernen sind nur zu erwarten, wenn die Bezugspersonen an einem Strang ziehen...”

Auch aus diesem Grunde scheint es uns sinnvoll, eine neu eingeführte Unterrichtsmethode mit Kolleginnen und Kollegen anderer Fächer zu besprechen und, wie in unserem Fall, in verschiedenen Fächern zu benutzen.

1.2 Erwünschte Effekte der ”Arbeit an Stationen”

Wir erwarten als Folge der Arbeit an Stationen neben einer Steigerung der Fähigkeit zu selbständigem Lernen positive Wirkungen auf das Verstehen durch die Arbeit in kleinen Gruppen mit der Notwendigkeit, aber auch der Möglichkeit intensiver Diskussion. Durch schnelle Rückkoppelung auf schriftliche Ausarbeitungen möchten wir individuelle Rückmeldungen ermöglichen, die Experimentieranleitungen sollen möglichst so gestaltet sein, dass sie vielfältige Aktivitäten erlauben und Freiräume bieten. Durch einen ausreichenden Zeitrahmen und hinreichend viel Material wollen wir ermöglichen, dass die Gruppen ihre Zeit und Lernmethode selbst planen können. Durch klare Angabe des erwarteten Umfanges der Lösungen wollen wir die Selbstständigkeit fördern, aber auch Erfolgserlebnisse erreichen. Insbesondere erfüllen wir die in den BLK- Materialien zu Modul 9 (S.4 unten und S. 9) angeführten Forderungen an einen Unterricht, der selbstständiges Lernen unterstützt. Noch wenig entwickelt haben wir Methoden zur Rückmeldung über das individuelle Lernverhalten.

Mehrfach im Physikunterricht erprobt wurde der Einsatz von sogenannten Inhaltskatalogen, die nach Abschluss einer Unterrichtseinheit den Schülerinnen und Schülern das geforderte Wissen und Können angeben. Diese Kataloge wurden durchweg von den Lernenden ausgiebig benutzt, um sich auf Klausuren oder Prüfungen vorzubereiten und haben den Lern – und Behaltenserfolg erkennbar gesteigert.

Mit unseren Erwartungen an das ”Lernen an Stationen” versuchen wir, viele der oben genannten Methodenelemente zu nutzen.

Die Unterrichtsversuche tragen bei zu den Zielen des EXPO – Projekts an unserer Schule.

1.3 Vorgeschichte der Klassen

In der Klasse 10f1 wurde bereits vorher an mehreren Stellen des Physikunterrichts ausführlich in Gruppen gearbeitet, die Ergebnisse wurden z.T. in Vortragsform präsentiert (HINWEIS TEILCHENMODELL). Zur Förderung selbständigen Arbeitens haben die Schülerinnen und Schüler eine LANGZEITAUFGABE erarbeitet.

In Chemie zeigte es sich während der Arbeit an Stationen, wie wenig Erfahrungen die Schüler der Klasse 10f1 in der Durchführung und Auswertung von Versuchen aus der Chemie hatten. So erzählten sie mir, dass sie fast immer Lehrerdemonstrationen verfolgt haben und die Auswertung im Klassenverband von einigen wenigen vorgeführt wurde. Diese Tatsache hatte selbstverständlich große Auswirkungen auf die selbständigere Arbeit an Stationen (siehe 3.2.). Festzustellen ist, dass Erfahrung mit Schülerversuchen in einem Fach nicht von selbst die Arbeit in einem anderen Fach erleichtert.

Die Klasse 10L dagegen war an die Durchführung von Versuchen gewohnt und konnte auf eine Fülle von Lösungsstrategien bei der Deutung von Versuchen zurückgreifen, da im Vorfeld Versuchsdeutungen immer ausführlich diskutiert wurden. Die Arbeit an Stationen war ihnen aus dem Chemieunterricht neu, jedoch hatten sie in anderen Fächern (v.a. Physik und Latein) Erfahrungen auf dem Gebiet gesammelt. Aufgrund dieser Erfahrungen zeigte die Klasse eher Ablehnung gegenüber dieser Methode. Nach einer anonymen Umfrage über ihre Erfahrungen zeigte sich dann auch, worin diese Ablehnung begründet war: So stuften alle außer drei Schüler die Methode als geeignet ein zur Übung und Anwendung, zur Durchführung von Versuchen und bei Themen, die Spaß machen und eine Pause zur Theorie darstellten. Jedoch lehnten alle außer 5 Schüler die Methode zur Neueinführung eines Themenbereiches mit folgenden Begründungen ab:

Diese Kommentare zeigen deutlich, wo die Schwierigkeiten dieser Methode liegen.
(siehe 3.2. Kritischer Rückblick Chemie)

1.4 Literatur

[Materialien Physik] [Materialien Chemie] [Arbeitsblätter Chemie]



obenAutoren: Stud. Ref'. Frau Birte Bottler, StD Michael Rode, Datum: März 2000. Letzte Änderung am 05. Januar 2001
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