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Die Großstadt Kairo

Würde man jemandem ein Bild von Kairo aus dem Jahr 1966 und eins aus dem Jahr 1996 zeigen , so würde dieser denken , es handele sich um zwei verschieden Städte und nicht um dieselbe. Auch wenn zwischen diesen zwei Bildern 30 Jahre liegen, so hat sich Kairo dermaßen verändert, dass man glauben könnte, dass 30 Jahre nie und nimmer reichen .
Waren es 1966 noch ca. 3 - 3,5 Millionen Einwohner, so waren es 1992 schon 16 Millionen und 4 Jahre später, also 1996, sogar 19 Millionen , jedoch sind dies nur die Bürger, die der Meldepflicht nachgekommen sind. So wird geschätzt, dass sich 1996 schon mehr als 22 Millionen Menschen, 2004 27 Millionen in Kairo aufhielten, mit stetig steigender Tendenz .
Für diese enorme Bevölkerungsexplosion wird hauptsächlich die extreme Landflucht verantwortlich gemacht .
Man kann bei Kairo von einer zweiteiligen Stadt reden, da es auch hier eine Trennung zwischen den Außenseitern und Randsiedlern und den relativen Reichen und der sehr reichen städtischen Elite gibt, und genauso leben sie auch, getrennt und in unterschiedlichen Bereichen der Stadt untergebracht. So wohnen die Armen in den Randsiedlungen, die ohne Baugenehmigung einfach aus dem Boden gestampft werden um genug Wohnraum zur Verfügung zu haben, oder sie leben gleich dort, wo sie arbeiten, nämlich auf der Mülldeponie Moytamadea in selbst gebauten Hütten aus Wellblech und Pappe .
Durch die großen Müllhaufen, die überall in der Stadt herumliegen, und die Tatsache, dass die Kanäle als Mülllager missbraucht werden, ist das Trinkwasser nicht selten stark verschmutzt und schlimme Krankheiten sind die Folge. Auch der steigende Analphabetismus stellt ein großes Problem dar. Oft gibt es für die Jugendlichen nur die Flucht in das Reich der Drogen, die an den Einkaufs - Buden einfach so verkauft werden, doch eben dies wirft die Kinder nur noch weiter zurück oder stellt ihnen ein unüberwindbares Hindernis in den Weg. Oft kommt es vor, dass im Rausch Morde verübt werden, die komplett sinnlos sind, und der Täter stellt sich meistens auch sofort der Polizei. So hat ein 17-jähriger unter Drogen stehender Jugendlicher seine Schwester im Schlaf erwürgt, weil sie zu laute Geräusche von sich gegeben hatte.
Es liegt ein weiter Weg vor den Menschen, die Kairo wieder schön machen und eine Gleichberechtigung zwischen den unterschiedlichen Schichten der Bevölkerung schaffen wollen, und es liegt in den Sternen, ob sie dieses Ziel auch wirklich erreichen können.


nach obenAutor: 10 F2 (03/04), Web: Daniel Wagenknecht, Datum: Oktober 2004 Letzte Änderung am 13.Januar 2005
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