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Kontakte   Ishevsk
Austausch zwischen dem Gymnasium Johanneum, Lüneburg, und der Schule 22, Ishevsk

Kontaktaufnahme

Der folgende Text wurde von Herrn Wolfgang Senne vom Bürgerverein Lüneburg e.V. verfasst!

Kennen Sie Ischewsk?

Wie alles begann

Es geht weiter

Und im Jahr 2000?


Wie alles begann
Als vor 7 Jahren eine Gruppe von Ministern und Verwaltungsmitarbeitern vom Ural nach Lüneburg kam, um in Barendorf in der Heimvolkshochschule an einem Kursus teilzunehmen, ahnte niemand, dass sich daraus ein veritabler Austausch entwickeln würde:

Der Gegenbesuch einer Delegation aus Stadt und Landkreis folgte unmittelbar, außer der Stadt Ischewsk, Hauptstadt der udmurtischen Republik in der Russischen Föderation, besuchten unsere Mitbürger auch die Städte Kasan (Tatarstan) und Perm (Russland).

Einer herzlichen Einladung der Universität Ischewsk zu einem Jugendlager in den Sommerferien in Anapa am Schwarzen Meer folgten dann aus Lüneburg ganze Familien mit Kindern - an die 20 Personen. Das fröhliche Tummeln der Jugendlichen, die in jenem Lager von Spezialisten in Deutsch oder in Englisch fortgebildet wurden, hatte unseren Landsleuten so gut gefallen, dass sie spontan alle 100 Jugendlichen zu einem Gegenbesuch nach Lüneburg einluden. Herr Wilhelm Tietje, Rektor der Hauptschule Oedeme, und viele Gastfamilien teilten sich die schöne Aufgabe, die herzliche Gastfreundschaft der Russen hier bei uns zu erwidern. Von diesem Aufenthalt schwärmen unsere damaligen Gäste noch heute: Fast alle von ihnen sind nunmehr Studenten oder selber Lehrer an Schulen und geben Deutschunterricht: So wurden sie neue TrägerInnen unseres Austausches.

Eine Gruppe von 20 Personen aus Lüneburg und Umgebung - teilweise die ehemals gastgebenden "Eltern" - machte sich dann auf zu einem großen Besuchsprogramm in Ischewsk in der Universität, dem Krankenhaus, der Schule 22 und einer Landschule mit udmurtischen Kindern (Udmurtisch gehört zur finnisch-ugrischen Sprachgruppe und wird dort vorwiegend von der nichtrussischen Landbevölkerung gesprochen). Auch ein Theaterbesuch und viele Familienfeste standen auf dem Programm.


Es geht weiter
Immer wieder kamen dann Schüler- und Studentengruppen aus Ischewsk nach Lüneburg, aufgenommen in Familien und betreut von Wilhelm Tietje und Wolfgang Senne, dem inzwischen pensionierten ehemaligen Direktor des Johanneums und 1. Vorsitzenden des Bürgervereins Lüneburg e.V.

Bei zwei Besuchen Wolfgang Sennes in Ischewsk - einmal mit Studiendirektor a.D. Gottfried Zimmer ([ehemaliger Lehrer des Johanneums] der dort sein vorzügliches Russisch anwenden konnte) und ein andermal mit Frau Prof. Dr. Garbe und ihrem Ehemann Herrn Groß, beide Dozenten an unserer Universität im Fache Deutsch - wurden die Beziehungen vertieft: Die russischen Gastgeber in der Stadtverwaltung und der dortigen Universität ließen sich von den Gästen über das deutsche Bildungs-, Verwaltungs- und Sozialsystem berichten und zeigten mit berechtigtem Stolz ihre angesichts der schwierigen Umstände bewunderungswürdigen Leistungen.

Inzwischen hatte eine Gruppe um Herrn Dr. med. Schulz (Kinderstation unseres Krankenhauses) und Frau Ingeborg Stoephasius (Ratsherrin in Adendorf) genügend Geld und Apparate gesammelt, dass damit die Frühgeborenenstation des dortigen Krankenhauses mit einer modernen Ausrüstung unterstützt werden konnte. - Mehrere Besuche von ProfessorInnen, LehrerInnen und vor allem dem Herrn Rektor Shurawljow und dem Herrn Vizebürgermeister Protosanow zu Seminaren in Lüneburg und Darmstadt schlossen sich an.

Im Sommer 1999 konnten zwei Journalistinnen (von Prawda und AIF Udmurtien) bei uns in unserer Landeszeitung ein mehrwöchiges Praktikum machen: Daheim werden sie von ihren vielfältigen Eindrücken berichtet haben. Vielleicht entstehen daraus weitere Kontakte!

Der Höhepunkt unserer vielfältigen Begegnungen war aber wohl die Besuchsfahrt von 38 Studentinnen und Studenten, Assistenten und ihren Dozenten, Frau Prof. Garbe und Herrn Groß, im Oktober 1999 in Ischewsk! Im Januar 2000 konnten sich alle Interessierte im Café Vamos der Uni Lüneburg ein Bild von der Begeisterung auf beiden Seiten machen, mit der sich die jungen Leute begegneten.


Und im Jahr 2000?
Der Gipfel kam am Jahresende 1999: Der Vizebürgermeister, Herr Protosanow, und mehrere ProfessorInnen, ein Bankdirektor und eine Klinikchefin gründeten nach dem Vorbild des Bürgervereins Lüneburg e.V. und des Ischewsk-Freundeskreises Lüneburg, von denen Wolfgang Senne dort in mehreren Vorträgen berichtet hatte, einen eigenen "Bürgerverein" - etwas in der Russischen Föderation gänzlich Ungewohntes! Er wurde dort offiziell registriert (entspricht etwa unserem "e.V.") und hört auf den wunderbaren Namen "Lüneburg-Ischewsk-Verein"! - Nun fehlt ja nur noch, dass auch jener Verein eine "Rot-Blau-Weiße Mappe" [das Publikationsorgan des Bürgervereins Lüneburg e.V. heißt so] herausgibt … Das Interesse daran war jedenfalls riesengroß, wie der Vizebürgermeister bekundete:

Er setzte bei der Lektüre unserer Liste "Lob und Tadel" aber bei fast jedem Punkt hinzu: "Das kennen wir auch" oder "Das ist auch unser Problem" …! Nebenbei: Unsere Stadtfarben - aber nur in umgekehrter Reihenfolge - sind die russischen Nationalfarben, und die Udmurtische Republik hat dafür Schwarz-Weiß-Rot!

Ein weiterer wichtiger Besuch steht bevor: Am 12. März 2000 wird Herr Prof. Dr. Donner, der Präsident unserer Universität, die inzwischen schon einen Partnerschaftsvertrag mit der dortigen Universität abgeschlossen hat, mit drei Begleitern (Herrn Zühlsdorff / Universität Lüneburg, Herrn Uder / Stadtverwaltung Lüneburg - ein Spezialist für Verwaltungsreform - und Wolfgang Senne / Bürgerverein) nach Ischewsk aufbrechen, um dort in verschiedenen Gremien zu berichten - und natürlich alte Bekannte und Freunde zu begrüßen und dem Land Udmurtien einen Besuch abzustatten.

[…]

An dieser Stelle müssen die Fachhochschulen Suderburg (Wasserbau, Deponiewirtschaft) und Lüneburg (Automatisierungstechnik) rühmend hervorgehoben werden, denn sie haben ebenfalls bereits seit 7 Jahren die besten Kontakte (ohne dass jemand hier und dort voneinander wusste …). Inzwischen studieren ständig (auch zur Zeit!) deutsche Studenten in Ischewsk und Studenten von dort hier: Das Ziel ist der Erwerb eines "doppelten" russisch-deutschen Diploms. - Das wird beiden Ländern doch sehr nützlich sein: Schon im April 2000 findet in der modernen Industriestadt Ischewsk eine deutsche Technikausstellung statt, organisiert von Firmen aus Hannover.

Zur EXPO werden wieder viele Schüler (am Johanneum) und Studenten (an der Universität und Fachhochschulen Lüneburg und Suderburg) erwartet: Wir freuen uns schon jetzt auf diese sehr sympathischen und fleißigen jungen Leute!

[…]

Im Juli 2000 startet eine deutsch-holländische Reisegruppe unter der Leitung von Jan Snoek (Partnerstadt Venhuezen und Bardowick) und Wolfgang Senne nach Udmurtien zu einem "Pilotprojekt": Wir wollen die touristischen Reisemöglichkeiten dort erkunden (von denen wir "Eingeweihten" schon jetzt total überzeugt sind …), später sollen dann öfter solche Reisegruppen von uns nach dort reisen können.

Wolfgang Senne, Januar 2000

nach oben Autor: Wolfgang Senne Web:EmailRainer Kunze Datum: Herbst 2002. Letzte Änderung am 06. November 2004
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