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Austausch zwischen dem Gymnasium Johanneum, Lüneburg, und der Schule 22, Ishevsk

Erster Gegenbesuch im Herbst 2002

Anna-Verena Fröhlich: Vergleich Schule 22, Ishevsk - Gymnasium Johanneum, Lüneburg

Der Schulweg

Das Gebäude

Das Innenleben


Als ich zum ersten Mal zur Schule 22 ging, führte der Schulweg, der eine Abkürzung war, erst über eine große Straße, die mir anfangs lebensgefährlich erschien, dann über einen Sportplatz voller Laub. Der Sportplatz hatte einen Sandboden, eine betonierte Laufbahn und ein paar feststehende, metallene Turngeräte. Am Johanneum gibt es keinen Sportplatz, nur ein Beachvolleyball-Feld (und eine große Sporthalle).

Im Winter, wenn der Sportplatz der Schule 22 nicht aktiv genutzt wird, dient er also als Abkürzung des Schulweges, was auch nicht spurlos an ihm vorüber gegangen ist; Trampelpfade haben sich neben Pfützen und Laub gebildet.

Wenn ich zu Hause jeden morgen meinen Schulweg bestreite, gehe ich gewiss nicht über Trampelpfade, im Gegenteil, es führt mich ein direkter, akkurat gepflasterter Weg zum Johanneum. Und an diesem Weg komme ich auch nicht vorbei, es sei denn, ich möchte eine kleine morgendliche Abenteuerreise unternehmen und krampfhaft einen anderen Weg suchen.

In Russland, Ishevsk war es eben anders, mir kam es so vor, als wenn jeder Schüler sich seinen eigenen, individuellen Schulweg durch die Häuserblöcke bahnte um letztendlich das Schulgebäude zu erreichen.

Der linke Teil des Gebäudes der Schule 22, vor dem Haupteingang

Der Haupteingang des Gebäudes der Schule 22. Der Haupteingang wurde gerade renoviert, wie an dem Gerüst rechts vom Haupteingang zu sehen ist

Der rechte Teil des Gebäudes der Schule 22, vor dem Haupteingang. Die weiße Statue zeigt Aleksandr Sergejewitsch Puschkin, nach dem die Schule auch benannt ist

Auf diesem Bild sieht man den Innenhof der Schule 22, die im Jahr 1979 errichtet wurde; das Gebäude ist damit ein Jahr jünger als das jetzige Gebäude des Gymnasiums Johanneum. Gegenüber kann man übrigens den Haupteingang erkennen

Das Gebäude, welches man dann erblickt, ist aus rotem Stein gemauert. Es scheint von außen kleiner, als es tatsächlich ist. Und betritt man das Gebäude, möchte man erst einmal seine Jacke loswerden, weil so geheizt wird, dass es ohne Jacke besonders angenehm ist.
Vom Johanneum habe ich es oftmals anders erlebt; so sitzen Schüler mit Mantel, gar mit Schal und Handschuhen in den Klassenräumen. Das kommt vielleicht auch davon, dass man, im Gegensatz zur Schule 22, keine Möglichkeit hat seine Jacke während des Unterrichts irgendwo sicher unterzubringen. So schleppt man seine Jacke eben den ganzen Tag mit sich rum, lässt sie vielleicht aus Versehen irgendwo liegen oder hat sie schlicht und einfach den ganzen lieben, langen Tag lang an. Es ist kein Platz für Jacken.
An der Schule 22 habe ich anderes gesehen. Gleich am Eingang ist ein "Jackengefängnis", das ist eine ca. 15 m lange Garderobe mit Gittern, wo alle Schüler vor dem Unterricht ihre Jacken unterbringen können.

Links auf dem Bild ist die große Tür, durch die man das Erdgeschoss vom Haupteingang aus betritt. Hier fällt auf, dass alle Gäste mit 'Herzlich Willkommen!' auf Deutsch begrüßt werden. Links schließt sich übrigens das 'Jackengefängnis' an

Das Innenleben: Dringt man weiter ins Gebäude vor, erkennt man schnell, wie kahl es doch eigentlich ist. Natürlich hat man Versuche unternommen durch Bilder, z.B. in den Treppenhäusern, das Innenleben der Schule zu verschönern. Doch das ist, wie ich finde, kaum besser gelungen, als man es vom Johanneum kennt.

Wenn man sich nach rechts wendet, wird auf Russisch und auf Deutsch auf den Stundenplan bzw. den Vertretungsplan hingewiesen. Die Tür, die rechts zu sehen ist, führt übrigens zum Aufgang zu den Unterrichtsräumen. Anders als am Johanneum hat hier jede Lehrerin / jeder Lehrer 'ihren' / 'seinen' Raum, und die Schülerinnen und Schüler müssen mehr oder weniger zu jeder Stunde den Raum wechseln


Die Klassenräume der Schule 22 hingegen sind sehr wohnlich, ja gemütlich: Gardinen hängen an den Fenstern, zum Teil gibt es in den Klassenräumen Sofas und Wandschränke mit Büchern. Auch die Schüler tragen sehr viel zur Gestaltung bei, indem sie Plakate gestalten, die an den Wänden aufgehängt werden.

Dies ist ein besonderer Unterrichtsraum, weil er auf gewisse Art und Weise an die Heldenverehrung früherer Zeiten erinnert; die Bilder und Tafeln mögen einen Eindruck davon vermitteln

Ein Blick in einen 'normalen' Unterrichtsraum. Gut sind die Gardinen und anderer Schmuck zu erkennen. Hier lauschten wir gerade dem Fach Geschichte, das natürlich auf Russisch erteilt wird. 'Bilingualer Geschichtsunterricht', wie es ihn seit gut einem Jahr am Johanneum gibt, ist an der Schule 22 im Moment nicht vorgesehen

Auch in diesem Unterrichtsraum ist der Schmuck gut zu sehen. Hier konnten wir schon etwas mehr das Geschehen verfolgen, denn gerade wurde Deutsch unterrichtet. Auffällig ist, dass die Lerngruppen in den Sprachen besonders klein sind, meist etwa 12-14 Schülerinnen und Schüler umfassen

Zum Mobiliar des Johanneums kann man nicht viel sagen, es gibt Stühle und Tische und bei Zeiten Plakate oder Poster in den Klassenräumen, die jedoch von Schülerhand oftmals verschandelt bzw. einfach abgerissen werden.

... die Lehrertoiletten ...

Wie an jeder Schule gibt es auch an der Schule 22 in Ishevsk Toiletten, für Schüler und Lehrer getrennt.
Die Schülertoiletten habe ich nie zu Gesicht bekommen, die Lehrertoiletten sahen so aus: Drei Toiletten nebeneinander, ohne Trennwände. Dieser Zustand ließ zu wünschen übrig, und auch ansonsten war der hygienische Zustand nicht der beste.

Immerhin durfte ich dort mein Geschäft verrichten und musste nicht auf die Schülertoilette gehen, denn was ich darüber gehört habe ist nichts weiter als: drei in den Boden eingelassene Rinnen, auch ohne Trennwände.

Auf den Lehrertoiletten des Johanneums durfte ich bis jetzt nicht Platz nehmen, doch ich gehe von einem Besseren aus als an der Schule 22, da allein die Schülertoiletten einen Gegensatz zu denen der Schule 22 bilden.

Alles in allem aber haben wir vielleicht die besseren Toiletten, doch ob Modernisiertes aufregender ist und mehr Abenteuer verspricht ist fraglich, denn Freundschaften, die ein Leben lang halten sollen, scheitern sicher nicht an unsauberen Toiletten ...

nach oben Autor: Anna-Verena Fröhlich Web:EmailRainer Kunze Datum: Herbst 2002. Letzte Änderung am 05. November 2004
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