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Austausch zwischen dem Gymnasium Johanneum, Lüneburg, und der Schule 22, Ishevsk

Unser Besuch in Ishevsk im Herbst 2004

Alisa Koch und Lilith Rövekamp: Die ersten zwei Tage: Moskau und die Zugfahrt nach Ishevsk


Moskau (Alisa Koch)

Am 8. Oktober 2004 begann unsere Reise. Unsere Gruppe bestand aus 14 Schülern und Schülerinnen aus dem Johanneum, einem Vater und Herrn Kunze. Wir trafen uns um 8.45 Uhr an der Universität, weil noch eine Studentengruppe mit uns reiste. Von dort fuhren wir mit dem Bus zum Hamburger Flughafen.

Ein kleiner Blick auf den Flughafen Hamburg.

Wir besteigen gerade unser Flugzeug - diese Maschine war nicht auf den ersten Blick Vertrauen erweckend, gilt aber als eines der sichersten Flugzeuge weltweit.

Das war unser Mittagessen - und so war es in den vergangenen Jahren auch immer gewesen (nur das vegetarische Essen, das man auch bekommen kann, wenn man es denn bei der Anmeldung vorbestellt, sieht etwas anders aus).


Der Flug ging relativ schnell rum. Nach zweieinhalb Stunden kamen wir in Moskau an und mussten überall auf unser Gepäck aufpassen - alleine schon wegen den vielen Männern, die aussahen wie Türsteher und uns anboten, unsere Sachen zu tragen. Um ca. 18 Uhr trafen wir im Hotel Delta ein. Es ist eins von den acht Gebäuden, die 1980 für die Olympiade gebaut wurden. Doch wir waren sehr überrascht, da das Hotel im Dunkeln sehr nobel durch die vielen Lichter schien und wir mit Schlimmeren gerechnet hatten. Die Zimmer waren auch ganz in Ordnung, dagegen sahen die Toiletten (wie wir auf unserer Reise noch öfter erlebt hatten) nicht so sauber aus.

Am internationalen Flughafen von Moskau, Sheremetyevo 2.

Ein Bus, der uns auch am ganzen folgenden Tag zur Verfügung stand, brachte uns zunächst vom Flughafen zum Hotel.

So sah unser Hotel, das am Ishmailovsky-Park liegt, in der Nacht aus.

Wir checken gerade ein an der Rezeption des Hotels 'Delta' (natürlich gibt es auch die Hotels 'Alpha', 'Beta' und 'Gamma', die baugleich sind).

Dieser grandiose Blick bot sich uns allen nachts aus den Fenstern unseres Hotels, da wir alle im 18., 19. oder 20. Stockwerk untergebracht waren.

Am nächsten Morgen sah es dagegen so aus - und das Wetter blieb den ganzen Vormittag so. Mit dem Regen hatten wir dieses Jahr ein wenig Pech in Moskau ...


Nachdem wir uns ein bisschen frisch gemacht hatten, stand die Metro-Fahrt durch die Moskauer U-Bahn-Stationen an. Die Moskauer sind sehr stolz darauf, denn jede Station sieht anders aus und ist mit Mosaikbildern oder Marmorstatuen an den Wänden verziert. Zwischendurch konnten wir auch durch Straßen gehen, bestimmte Plätze angucken oder etwas essen gehen. Moskau hat sehr schöne Gebäude, aber es gibt keine richtigen Übergänge von arm zu reich. Zum Beispiel steht neben einem gut renovierten Haus ein total heruntergekommenes.

Eines der Zimmer im Hotel 'Delta' von innen.

Abwärts geht es in die Moskauer Metro - das Ende der riesigen Rolltreppe ist nur zu erahnen ...

Eine der schönen Metro-Stationen.

Eine der schönen Metro-Stationen.

Eine der schönen Metro-Stationen.

Eine der schönen Metro-Stationen.

Ab und zu mussten wir auf eine Metro warten (aber immer nur ganz kurz, denn die Züge fahren in einem sehr kleinen zeitlichen Abstand), und diese Möglichkeit nutzten wir natürlich sofort, um uns ein wenig auszuruhen.

Auch das konnten wir in der Moskauer Metro beobachten: Ein völlig betrunkener Mann lag dort, und kein anderer Fahrgast kümmerte sich um ihn ... auch wir waren unsicher, wie wir damit umgehen sollten ...

Bei unserem nächtlichen Rundgang durch Moskau nach der Metro-Fahrt in der Nähe des Roten Platzes.


Nachdem wir wieder im Hotel angekommen waren, trafen sich noch einige von uns im Hotelzimmer und gingen dann aber auch irgendwann schlafen.

Einige von uns trafen sich nachts noch in einem Zimmer, und wie man sehen kann, hatten wir viel Spaß miteinander, ...

... ehe wir dann auch irgendwann schlafen gingen, ...

... aber so weit ist es hier noch lange nicht ...


Am nächsten Tag mussten wir uns schon um halb neun beim Frühstück treffen. Das Essen war sehr vielfältig. Es gab morgens schon Fleisch, Nudeln, Gemüse, Salat, Brot, Pfannenkuchen, aber auch süße Kuchen und Kekse. Danach mussten wir unsere Koffer schon gepackt in den Bus packen und die Sightseeingtour fing an. Wir haben uns viele verschiedene Gebäude, Plätze und Kathedralen angeguckt, wie z.B. das Neue Jungfernkloster, den Roten Platz, den Kreml, die Christus-Erlöser-Kathedrale usw.). Am Abend wurden wir dann zum Kasaner Bahnhof gebracht, wo unser Zug schon auf uns wartete.

Eines der Ziele unserer Stadtrundfahrt durch Moskau: Die Basilius-Kathedrale am Roten Platz.

Eines der Ziele unserer Stadtrundfahrt durch Moskau: Der Rote Platz am Samstag-Vormittag wirkt wie ausgestorben, weil er abgesperrt ist, damit der Zugang zum Lenin-Mausoleum möglich ist, ...

... während das einige Stunden später ganz anders aussieht.

Eines der Ziele unserer Stadtrundfahrt durch Moskau: Die Christus-Erlöser-Kathedrale, die - nachdem sie unter Stalin gesprengt worden war - von der russischen Regierung neu aufgebaut wurde.

Eines der Ziele unserer Stadtrundfahrt durch Moskau: Das 'Neue Jungfrauen-Kloster'.

Eines der Ziele unserer Stadtrundfahrt durch Moskau: Die Lomonossow-Universität auf den Sperlingsbergen, eines der sieben 'Stalin-Hochhäuser'.

Von dort aus hatten wir diesen Blick auf das Zentral-Stadion, wo der ZSKA Moskau spielt und auch Leichtathletik-Veranstaltungen stattfinden, ...

... und das Gelände darum herum ... Moskau hat recht viele grüne Flächen aufzuweisen.

Eines der Ziele unserer Stadtrundfahrt durch Moskau: Zurück im Zentrum, gingen wir in den Kreml.

Eines der Ziele unserer Stadtrundfahrt durch Moskau: Eine der Kirchen im Kreml von außen gesehen, sozusagen im Vorbeifahren ...

Eines der Ziele unserer Stadtrundfahrt durch Moskau: Der Amtssitz des russischen Präsidenten Vladimir Putin im Kreml.

Eines der Ziele unserer Stadtrundfahrt durch Moskau: Die 'friedlichste Kanone der Welt' auf dem Gelände des Kreml: Diese Kanone hat noch keine Kugel verschossen, weil die Geschosse viel zu groß und schwer sind.

Eines der Ziele unserer Stadtrundfahrt durch Moskau: Die 'leiseste Glocke der Welt' auf dem Gelände des Kreml: Aus dieser Glocke ist nach dem Guss ein Stück herausgebrochen, so dass sie noch nie erklingen konnte.

Eines der Ziele unserer Stadtrundfahrt durch Moskau: In einer der Kathedralen auf dem Gelände des Kreml.

Während der Stadtrundfahrt durch Moskau: Auf einem Platz im Zentrum




Zugfahrt (Lilith Rövekamp)

Als wir dann am Abend gegen 17 Uhr am Kasaner Bahnhof ankamen, waren wir alle eigentlich ziemlich froh, endlich am Zug zu sein. Die meisten von uns nahmen den Rucksack vorne vor den Bauch, weil sie Angst hatten, dass sonst etwas geklaut werde. Wir sind dann durch die Halle zu den Bahnsteigen gegangen, die alle nebeneinander angeordnet waren, ungefähr so wie in Hamburg, nur kleiner. Die Züge waren allesamt Schlafwagen, es war kein "normaler" dabei.
Nachdem dann unseren Zug gefunden hatten, gab es erst einmal kurz Probleme, da keiner genau wusste, welchen von den zwei Wagen die Studenten oder wir bekommen sollten. Nachdem das geklärt war, konnten wir endlich in den Zug. Ich hatte keine Ahnung, wie es genau in einem Schlafzug aussieht, aber so eng und so warm hatte ich es mir nicht vorgestellt. Mit unseren Koffern sind wir erst kaum durch den engen Flur gekommen und mussten erst einmal alles einfach in die Abteile stapeln, die auch ziemlich klein waren. Die Betten waren Sitz- und Schlafplatz gleichzeitig. Während des größten Teils der Fahrt lagen die Koffer auf den Liegen, weil sie nirgends sonst hingepasst hätten.

Auf dem Kasaner Bahnsteig, neben unserem Zug, während diskutiert wird, in welchen der Wagen die Gruppe der Studierenden und in welchen unsere Gruppe einzusteigen hätte.

'Italmas' hieß unser Zug, der nur die Strecke Moskau-Ishevsk und zurück fährt, benannt nach der udmurtischen Nationalblume.

Während der Fahrt schlendert Herr Kunze auf dem Gang entlang.

Kurz vor dem Schlafengehen (wieviel Uhr war es da eigentlich?) schaut Antonia noch einmal aus den Fenstern auf die im Dunkeln vorbeiziehende Landschaft ...

Elisabeth und Johannes in einem der Abteile. Die Koffer sind noch nicht verstaut.

Wohl so etwas wie ein Abendbrottisch nach getaner Arbeit ;-).


Wir waren fast die ganze Zeit zu mehreren in einem Abteil und saßen dann teilweise zu viert oder zu fünft auf einem Bett. Es wird ja immer gesagt, dass in Russland ab Oktober geheizt wird. Und das war auch in dem Zug der Fall. Nach ein paar Minuten war uns allen so warm, dass wir dann in T-Shirts und hochgekrempelten Hosen da saßen. Fenster gab es schon, aber aufmachen konnte man sie nicht und unser Abteil war mit Abstand das wärmste von den Wagons neben uns. Wer sich gefreut hatte, nach der Stadtrundfahrt endlich auf die Toilette gehen zu können, wurde erst mal enttäuscht, da diese erst einmal geschlossen waren. Erst eine Stunde nach Moskau wurden sie geöffnet. Damit kein Toilettenpapier in den Orten auf den Schienen liegen blieb, wurden sie immer eine halbe Stunde vor jedem Halt geschlossen und erst eine halbe Stunde danach wieder geöffnet. Man musste also planen, wann man auf Toilette gehen wollte.

Wir waren fast die ganze Zeit zu mehreren in einem Abteil und saßen dann teilweise zu viert oder zu fünft auf einem Bett. Ole, Lilith und Alisa rücken zusammen, damit noch mehr von uns in ein Abteil passen (wo liegt eigentlich der Weltrekord?).

Alisa, Svenja und Maria ruhen sich erst einmal ein wenig aus. Auch dieses Photo wurde wohl noch während der 'Startphase' geschossen ...

Der Speisewagen des Zuges 'Italmas', wo das Personal eine sehr große und - nach unseren Verhältnissen - preiswerte Auswahl an gut schmeckenden Speisen anbot.


Weiter vorne im Zug gab es auch einen Speisewagen, wo es neben Bier und Wodka natürlich auch Essen gab. Da waren wir eigentlich fast nie. Die Schaffnerinnen und das Personal des Zuges hatten am Anfang jedes Wagens drei Räume, wo sie bis auf ein paar Rundgänge immer drin blieben. Was das Essen betraf hatte jeder genug dabei. Wir hatten auch viele "Heiße Tassen" oder Fertigbrühen mit, die wir mit dem heißen Wasser, das sich jeder so viel er wollte nehmen durfte, machen konnten. Es gab nämlich in jedem Wagen einen großen Behälter, der mit fast kochendem Wasser gefüllt war: einen Samowar.
Gehalten haben wir eigentlich immer relativ kurz, das längste war in Kasan. Sobald der Zug anhielt, kamen immer sofort Frauen und Kinder an die Fenster und wollten alles mögliche verkaufen, wie Gläser, Bier, Chips. Essen sollte man vielleicht nicht bei denen kaufen, denn sie sahen teilweise ziemlich verwahrlost aus. Es war erschreckend anzusehen, dass diese Leute nachts bei eisiger Kälte auf Züge warteten, damit sie ein bisschen mehr bzw. überhaupt etwas verdienen.
Als wir dann gegen 13 Uhr (Ortszeit) in Ishevsk ankamen, waren wir froh, aus der Hitze rauszukommen und haben uns auf das Bett gefreut, denn geschlafen hatten wir nicht wirklich viel.

Wir treffen uns gerade in der Halle des Bahnhofs, der übrigens zur Zeit umgebaut wird, vor der Abfahrt des Zuges, der uns zurück nach Moskau bringen soll.

Bevor alle endgültig in den Zug einstiegen, machten wir noch ein Gruppenphoto.

Impressionen von der Rückfahrt ... ein Schaffner beobachtet uns genau.


Die Rückfahrt verlief nicht sehr unterschiedlich, bis auf dass wir in Kasan alle ausgestiegen sind und es im Wagon bedeutend kühler war. Die Zugfahrt war trotz der Hitze für mich eins der besten Teile der Russlandfahrt.

nach oben Autoren: Alisa Koch, Lilith Rövekamp; Web: EmailRainer Kunze Datum: Herbst 2004. Letzte Änderung am 05. Februar 2005
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