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Was haben Sie an Ihrer Schule als Schülerin oder Schüler am meisten vermisst?
Wenn Sie, wie ich, vor mehr als 40 Jahren Abitur gemacht haben, war es sicher nicht ein Raum der Stille. Wozu auch: die Welt stand uns offen: 13 Jahre Zeit bis zum Abitur, niedrige Klassenfrequenzen, kein Numerus Clausus – es sei denn, Sie wollten Medizin studieren – und nach dem Examen gab es Stellenangebote in genügender Anzahl. Und an eine Ganztagsschule dachte damals niemand.
Inzwischen hat sich die Schule verändert: Abitur nach 12 Jahren, Klassenfrequenzen bis zu 34 Schülern, Oberstufenkurse mit 29 Schülern, ein voller Stundenplan bis spät in den Nachmittag, Leistungsdruck und doch keine Garantie für einen glatten Weg in die Zukunft.
Diesen außergewöhnlichen Herausforderungen begegnen wir mit einer außergewöhnlichen Maßnahme: mit einem
Raum der Stille
So, wie wir ihn uns vorstellen, gibt es ihn noch an keiner staatlichen Schule in Niedersachsen Wir wollen keinen Keller zum „Schmuseraum“ umwidmen und auch keinen Klassenraum zu einer „Wellness - Oase“ machen.
Wir möchten einen Raum, der ganz anders ist als jeder andere Raum an unserer Schule. Wir möchten einen Raum, der durch seine besondere Würde, Konzeption und Gestaltung uns Abstand zum Schulstress gewinnen lässt. In ihm wollen wir Raum schaffen für Freude und Kummer. Er soll Begegnungen zwischen Schülerschaft und Lehrerschaft ermöglichen. In ihm wollen wir uns den interkulturellen und interreligiösen Herausforderungen unseres Schulalltags stellen. Muslimische Schüler und Schülerinnen sollen sich in ihm genauso zuhause fühlen wie christliche oder konfessionslose. Er soll wirklich ein An-dachtsraum werden, ein Raum, in dem wir Dinge an-denken dürfen.
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