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Die COMPANHIA APLAUSO zu Gast am Johanneum



Eine besondere Gelegenheit, sich mit der Kultur Brasiliens auseinanderzusetzen, erhielt vom 08. - 10. Oktober 2007 der Musikkurs Jahrgang 12 unter der Leitung von Frau Homburg. Zu Gast in Lüneburg war die Gruppe COMPANHIA APLAUSO aus Rio de Janeiro auf Einladung des Heinrich-Böll-Hauses, als Gäste waren die Mitglieder - 18 junge Künstlerinnen und Künstler im Alter von 18 bis 26 Jahren - bei Schülerinnen, Schülern und Lehrern des Johanneums untergebracht.

"Schon bei der Ankunft der Brasilianer spürte man ihre Freundlichkeit und Offenheit. Die sprachlichen Schwierigkeiten (sie verfügten weder über deutsche noch über englische Sprachkenntnisse) überwanden wir, indem wir uns mit Händen und Füßen verständigten, was uns eine Menge Spaß brachte. In diesen zwei Tagen haben wir viel über die Mentalität und Kultur gelernt. Ihre Offenheit und Herzlichkeit hat uns positiv überrascht und uns beeinflusst. Insgesamt haben wir in dieser Zeit viele interessante Erfahrungen im Umgang mit ihnen gesammelt und im Großen und Ganzen hat es ganz viel Spaß gemacht."
Am Dienstag, dem 09. 10., führten die Künstlerinnen und Künstler mit den Schülerinnen und Schülern einen dreistündigen Workshop durch.
"Bevor wir uns dem Percussion- und Capoeira-Workshop widmeten, unterhielten wir uns angeregt über die von der UNO verabschiedeten Millenniumsziele, die uns in einer Karikatur dargeboten und erläutert wurden. Wir diskutierten mit der Companhia Aplauso über die Realisierbarkeit und die bisherigen Fortschritte der Ziele. Um die Verständigung zu erleichtern und teilweise überhaupt zu ermöglichen, übersetzte Thomas, ein deutscher Tour-Begleiter, die brasilianischen und deutschen Beiträge. Wir bekamen einen guten Eindruck davon, wie ernsthaft sich diese jungen Brasilianer mit dem Thema Klimaschutz und insbesondere der Erhaltung des Amazonas Regenwalds befassten und auseinandersetzten."
Der Workshop Percussion
"Nach einem unterhaltsamen Aufwärmprogramm wurde uns der Gebrauch der Instrumente ausführlich erklärt, wobei wir uns sogar ohne die Hilfe des Dolmetschers, nur mittels der Musik, verständigen konnten. Wir studierten verschiedene Rhythmen ein und kombinierten diese zu einem Gesamtstück, das von der Companhia per Handzeichen geleitet und sehr abwechslungsreich gestaltet wurde. Erstaunlich war dabei die Erfahrung, wie man auf diese Weise schnell ein gesamtes Stück zusammen stellen und wie gut die Kommunikation trotz unterschiedlicher Sprachen ausschließlich durch Musik funktionieren kann."
Der Workshop Capoeira
"Dienstagmorgen, 10.30 Uhr. Im Forum des Johanneums beherrscht das alltägliche Gemurmel die Atmosphäre, Schüler brüten über ihren Hausaufgaben, die noch dringend bis zur nächsten Stunde angefertigt werden müssen, oder führen den allgemeinen Austausch über das vergangene Wochenende durch. Doch irgendetwas ist heute anders: Ungewohnte Klänge aus der Aula hallen durch das Gebäude, Trommelrhythmen und vereinzelte Schreie sind zu hören.

Nein, es handelt sich nicht um eine Wiedereinführung der Prügelstrafe und Sklavenarbeit für Schülerinnen und Schüler, sondern um eine ganz andere Art des Austausches, einen Capoeira-Workshop der brasilianischen Tanz- und Akrobatik-Gruppe Companhia Aplauso. Hier werden Schülerinnen und Schüler mal ganz anders gefordert und gefördert und lernen ungewöhnliche Vokabeln wie 'Ginga, Esquiva' und 'Meia-Lua de Fente'. Was sich hinter diesen Begriffen verbirgt, wird uns bald klar - jede Menge Bewegung. Denn die Begriffe haben alle eines gemeinsam, sie bezeichnen Techniken aus der 'Capoeira', einem brasilianischen Kampftanz, in dem eine gute Bewegungsgabe und eine hohe Konzentration von Nöten sind. Das bedeutet für uns alle: voller Einsatz! Doch auch mit größter Anstrengung ist die Leichtigkeit der Bewegungen, die die Brasilianer anscheinend mühelos an den Tag legen, für uns nicht zu erreichen. Trotzdem ist sicherlich jeder einzelne von uns, der an dem Workshop teilnehmen konnte, um eine große Erfahrung reicher.“

Unter der Schirmherrschaft der Kinder-Kultur-Karawane traten die 18 jungen Künstlerinnen und Künstler dann am Dienstagabend, dem 09.10.07, mit ihrem Programm "Amazonia" im Kulturforum Wienebüttel auf.
Nach der Eröffnung durch Frau Rolle vom Heinrich-Böll-Haus wurden die Besucher von einem Greenpeace-Mitarbeiter - unterstützt durch anschauliche Bilder - über die bedrohliche Situation im Amazonas-Regenwald informiert. Anschließend begann der Hauptteil, in dem die Companhia Aplauso ihre beeindruckende und großartige Show darbot. Diese bestand aus einer grandiosen Mischung aus Gesang, Tanz und Akrobatik und fesselte die Zuschauer. Mit der "Amazonia" betitelten Show beschreiben Sie die Situation im Regenwald noch einmal sehr eindringlich mit ihren eigenen Ausdrucksmitteln.
Im Anschluss an die Darbietung konnte das Publikum die Darstellerinnen und Darsteller in einer offenen Gesprächsrunde kennen lernen und ihnen Fragen stellen.

Das Besondere der brasilianischen Gruppe ist nicht nur ihr musikalisches, tänzerisches, akrobatisches und schauspierlerisches Können, sondern die Herkunft aus einem Sozialprojekt in Rio de Janeiro. Auf einem großen aufgegebenen Fabrikgelände wird 680 Jugendlichen zwischen 16 und 25 Jahren die Chance gegeben, sich aus den Armutsvierteln zu lösen, nicht drogensüchtig und kriminell zu werden. Ausgebildete Tänzer, Musiker und Schauspieler unterrichten sie und bilden sie aus. Die 50 Besten erarbeiten dann eine Bühnenproduktion, treten damit in Brasilien auf und hoffen auf ein Engagement beim Theater oder im Fernsehen. Aus diesen 50 Besten konnten 18 zwei Monate lang auf Deutschlandtournee gehen und auch hier - in Lüneburg - Station machen.
„Es waren sehr schöne drei Tage, an die wir uns noch lange und gern erinnern werden.“
Gymnasium Johanneum |
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