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Wenn Dummheit weh täte...

Aufsatz zum Thema: Spaßgeschichte

in der Rubrik: keative Schülerarbeiten

von Schüler jojo, Klasse 8 jo, März 1999

... dann könnte es uns gehen, wie diesem Jungen. Mark heißt er, 14 Jahre alt ist er. Diese Geschichte erinnert mich ein bisschen an meine Wenigkeit. Er ist schlampig angezogen, erzählt Witze, die jeder kennt, und findet sich darüber hinaus auch noch unheimlich toll. Außerdem hält er Intelligenz für relativ. Wahrscheinlich nur, weil er relativ wenig davon hat. Alles in allem eine ziemlich peinliche Erscheinung. Nun aber zur Geschichte. Ich fange dort an , wo jeder Morgen anfängt; am Hausaufgabentisch.

Mark erledigte die Hausaufgaben für das Fach Deutsch, als seine Mutter hereinplatzte:

"Wie oft hab` ich dir schon gesagt, dass du deine Hausaufgaben rechtzeitig machen sollst?!"

"Wie oft? Soweit kannst du sowieso nicht zählen!" antwortete Mark trocken.

So etwa ging das jeden Morgen. Mark machte sich nun auf den Weg zur Schule. Der Weg war nicht sonderlich weit. Nur etwa 8 km, die er per Rad jeden Morgen abstrampelte. Seine Eltern boten ihm zwar an ihn zur Schule zu fahren, Mark aber meinte, dass er nun alt genug sei, alleine den Weg zur Schule zu finden. Marks Lehrer sahen das allerdings etwas anders. Denn wer in einer Woche mit 5 Tagen siebenmal zu spät zum Unterricht kommt, hat wahrscheinlich weniger Probleme mit dem Weg als mit dem, was danach kommt. So jedenfalls schilderten es Marks überbezahlte Teilzeiterzieher. Nun aber wieder zurück zum Sorgenkind. Mark, der den Weg nun fast hinter sich hatte, bog in eine kleine Seitenstraße ein, die hinauf zur Schule führte. Schon von weitem hörte er Kinder, die entweder gerade verprügelt wurden oder einfach nur rumtobten. Mark stellte sein Fahrrad ab, verriegelte es und ging hinüber zu seiner Klasse, die ihren Platz am äußersten Teil des Schulhofes hatte. Man begrüßte ihn- wie gewöhnlich mit obszönen Sprüchen und Gesten. Nach einiger Zeit angeregter Unterhaltung fiel die Aufmerksamkeit auf einmal auf ein gutgewachsenes Muskelpaket

"Wer ist denn das? Ich hab` ihn hier noch nie gesehen", staunte Mark.

"Das ist so ein Typ aus der 12. Klasse; er soll der Stärkste an der Schule sein", antwortete einer von Marks Freunden.

"Wirklich?!?" fragte Mark ironisch, "für mich sieht er eher aus wie ein Orang-Utan mit Potenzproblemen. Den mach` ich doch locker fertig."

"Wetten, dass du dich das nicht traust!" kam es plötzlich von hinten.

"Oh, doch. Um was wollen wir den wetten? Sagen wir, einen Monat Deutschhausaufgaben?!", entgegnete Mark.

Der Vorschlag wurde angenommen und so eilte Mark hinüber zu seinem besagten Gegner.

"Das ist doch dumm und völlig schwachsinnig", sagte einer aus Marks Klasse zu sich selbst.

Ich meine, wenn das nicht dumm wäre, dann wäre es auch nicht Mark, der es versuchen würde.

"Hallo, Mr.Annabolika", giftete Mark sein Gegenüber an.

"Meinst du etwa` mich?" fragte das Muskelpaket nicht sehr hell.

"Das gibt`s doch nicht", meinte Mark, "ein Mann wie ein Baum - ein Gehirn, wie eine Ameise!"

"He, Moment mal. Das ist doch eine Beleidigung, oder???" entgegnete der Riese unsicher.

"Ein Wunder! Denken kann er auch", sagte Mark mit spöttischem Blick.

"Ich hab` wenig Zeit, also machen wir es kurz. Ich muss mich mit dir prügeln.", sagte Mark schnell.

Das hätte er aber besser nicht sagen sollen. Denn kurz darauf ergoß sich ein wahres Gewitter an Schlägen und Tritten über den armen Mark. An dieser Stelle wird die Geschichte etwas brutal. Ich verzichte auf Details, weil ich nämlich keine Lust habe Ärger mit der BPJS. (Bonner Prüfstelle für Jugendgefährdende Schriften) zu bekommen.

Langsam wurden auch andere Kinder auf den Konflikt aufmerksam. Und nach und nach bildete sich eine bunte Schar an Jugendlichen um die Beiden. Das bekam` Mark aber nicht mehr mit. Das einzige, woran er sich erinnerte, als er auf der Krankenstation wieder aufwachte, war ein Ton von etwa 100 Dezibel (Lautstärke-Messwert).

Mark sah` sich suchend um und erblickte sogleich seinen Wettkumpanen. Darauf erinnerte er sich an die abgeschlossene Wette. Jetzt wäre Mark am liebsten wieder in Ohnmacht gefallen, wenn er nicht an ein Beatmungsgerät angeschlossen gewesen wäre.

Tja, wenn Dummheit weh tun würde, dann ist diese Geschichte wohl ein perfektes Beispiel dafür.

[Aus dem Leben eine Bettwanze] [Ich als Katze] [Wenn Dummheit weh täte...] [Mein Leben rückwärts] [Der Wolf als Schafhirt][Der Ritter]



obenAutor: Gisela Müller, Lehrerin  Datum: März 98. Letzte Änderung am 14. Juli 2000
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